Straßenzug in Mümmelmannsberg
  • Diese Hochhäuser werden zukünftig mit Windenergie geheizt.
  • Foto: GETEC GmbH

Diese Hochhäuser heizen jetzt mit Windstrom

Hamburg heizt immer umweltfreundlicher: Nach dem Karoviertel sollen jetzt auch in Mümmelmannsberg rund 7000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten mit klimafreundlicher Wärme versorgt werden. Dabei soll die neue Anlage in Hamburgs Osten nicht die letzte ihrer Art bleiben.   

Power-to-Heat (PtH) heißt die Zauberformel – Anlagen solcher Art können aus erneuerbarem Strom Wärme erzeugen. Somit sind sie die Lösung für ein sehr großes Problem: „Rund 40 Prozent der Kohlendioxidemissionen in Deutschland entfallen derzeit auf die Wärmeversorgung von Gebäuden“, wie Dirk Biermann erklärt. PtH-Anlagen können hier Abhilfe schaffen. 

Neue Anlage versorgt Mümmelmannsberg mit Wärme aus Windstrom

Biermann ist Geschäftsführer für Märkte und Systembetrieb des Netzbetreibers „50Hertz“, der 1,2 Millionen Euro in das Projekt in Mümmelmannsberg investierte. Zusammen mit dem Technologiedienstleister „Getec Group“ haben sie die neue PtH-Anlage an den Start gebracht. Dazu wurden zwei gasbetriebene Blockheizkraftwerke mit der PtH-Technologie ausgestattet, so dass jetzt Strom aus dem Netz fürs Heizen und Warmwasser genutzt werden kann. 

Elektrodenkessel
In diesen Kesseln wird die Windenergie zu Wärme umgewandelt.

Der Strom fehlt dadurch jedoch nicht woanders – Windparks in der Nordsee produzieren teilweise so viel davon, dass er gar nicht genutzt werden kann und teilweise das Stromnetz sogar überlastet. PtH-Anlagen nutzen genau diesen Strom und entlasten dadurch klimafreundlich das Stromnetz: „Die Umwandlung von Strom in Wärme ist bei einem Überangebot von Strom aus erneuerbaren Energien eine volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Technologie“, sagt auch Dirk Biermann.  


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Die Anlage in Mümmelmannsberg ist mit fünf Megawatt dabei eher klein geraten. Schon im November 2018 ging eine PtH-Anlage der „Wärme Hamburg GmbH“ im Karoviertel ans Netz, die mit einer Leistung von 45 Megawatt rund 13.500 Wohneinheiten versorgt.  

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Noch größere Maßstäbe will hingegen Netzbetreiber „50Hertz“ in Wedel setzen: Im Winter 2022 soll hier eine PtH-Anlage ans Netz gehen, die 27.000 Haushalte mit einer Leistung von 80 Megawatt versorgen soll. Pro Jahr können dadurch 100.000 Tonnen CO₂ gespart werden, die sonst das Kohlekraftwerk in Wedel ausstoßen würde. Es soll 2025 komplett abgeschaltet werden.  

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