Vanessa Haloui (40) von der Hamburger Igel- und Wildtierstation Looki und Julian Emrich (35) von der CDU Bergedorf freuen sich über die Eichhörnchenbrücke über die Straße Pollhof.
  • Vanessa Haloui (40) von der Hamburger Igel- und Wildtierstation Looki und Julian Emrich (35) von der CDU Bergedorf freuen sich über die Eichhörnchenbrücke über die Straße Pollhof.
  • Foto: Bettina Blumenthal

Das gab’s noch nie: Diese Hamburger Brücke ist einzigartig

Straßenüberführungen gibt es viele in unserer Stadt – aber diese ist einzigartig: In Bergedorf soll ein dickes Tau über einer Straße niedliche Nagetiere schützen. „Ich bin froh und stolz, dass wir die erste Hamburger Eichhörnchenbrücke hier bei uns um die Ecke haben“, so Vanessa Haloui (40), von der Igel- und Wildtierstation Looki e. V. in Bergedorf.

Ihre Station liegt nur 100 Meter entfernt von der Stelle, an der ein dickes Seil über den Pollhof, eine stark befahrene Straße, gespannt ist. Die Konstruktion soll es Eichhörnchen und anderen Kleintieren ermöglichen, gefahrlos die Fahrbahn zu überqueren: in luftiger Höhe von einem Baum zum nächsten.

Die ausgewilderten Tiere der Station haben nun eine bessere Möglichkeit, über den Pollhof nördlich der A25 den sicheren Geesthang zu erreichen. „Ich hoffe natürlich auf viele weitere Brücken in Hamburg“, so Haloui weiter. Und sie setzt dabei auf die Hilfe der Hamburger.

In Bergedorf gibt es Hamburgs erste Brücke für Eichhörnchen

Denn nun gilt es Orte zu finden, an denen besonders viele Tiere bei der Überquerung von Straßen zu Schaden kommen. Dann könnten weitere Verkehrswege mit Seilen eichhörnchensicher gestaltet werden.

Ein Eichhörnchen auf der Eichhörnchenbrücke von Bergedorf.
Ein Eichhörnchen auf der Eichhörnchenbrücke von Bergedorf.

Der enorme Flächenverbrauch des Menschen führt dazu, dass der Lebensraum heimischer Wildtiere zunehmend kleiner wird – nicht nur in Bergedorf. In Verbindung mit der deutlichen Zunahme des Verkehrs auf den Hauptverkehrsstraßen steigt somit die Gefahr für die Tiere, von einem Auto erfasst zu werden.

Tierschutz in Hamburg: Seil als Straßenüberführung für Kleintiere

Auch Julian Emrich (35) von der CDU freut sich, dass Bergedorf dieses Pilotprogramm für Hamburg startet: „Ich komme hier regelmäßig vorbei und sehe immer wieder überfahrene Tiere. Daher bin ich froh, dass die Bemühungen zu einem positiven Ergebnis zum Wohle der Tiere geführt haben.“ Er hofft auf eine zweite Brücke über die B5.

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Die 1000 Euro Kosten für die Brücke werden aus einem Förderfonds gezahlt. Ein Jahr hat es von der Planung bis zur Ausführung gedauert.

Die Brücke ist nun fertig. Doch etwas Wichtiges fehlt. Zum Schluss lief die Absprache zwischen Verwaltung und Grünamt nicht rund. So wurde versäumt, die Wildkamera der Wildtierstation an einen Baum zu montieren. Die ist wichtig zur Dokumentation, wie viele Tiere die Brücke nutzen, und muss nachgerüstet werden.

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