Die Zweifel vor dem Ja-Wort: Eine Chance die zuküftige Ehe auf die Probe zu stellen.
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Die Braut, die sich nicht traut: Zweifel? Diese Fragen sollten sich Paare stellen

Blumenkränze, Traumkleider und Gelöbnisse: Die Hochzeitszeit steht in den Startlöchern. Trotz Corona-Krise lassen sich viele Verliebte nicht von ihrem Ja-Wort abhalten. Schier endlose To-do-Listen prägen die hektische Vorbereitungszeit und lassen oft keinen Raum für die eigenen Gedanken und Gefühle. Doch in den Atempausen blitzen sie auf, die Zweifel. Diese Fragen sollten sie sich dann stellen.

Von Mai bis September ist die Hochphase im Heiratsgeschäft. Eine hektische, aber auch glückselige Zeit – meistens. Kalte Füße gehören zur Hochzeit wie die Ringe – völlig normal, oder? Nicht immer. Schon vor einigen Jahren mahnten Wissenschaftler zur Vorsicht, wenn sich Zweifel im Bauch melden, so der „Spiegel“. Aus der amerikanischen Studie von 2016 geht hervor, dass 19 Prozent der Frauen, die vor der Hochzeit Zweifel hatten bereits nach vier Jahren wieder geschieden waren.

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„Zweifel werden schnell weg geredet“, sagt Heike Klopsch, von der Herzkümmerei in Hamburg. Sie ist Coach und Beraterin in Herzensangelegenheiten. „Doch alles was wir nicht auflösen, wird irgendwann wieder nach oben gespült.“ Denn eins ist klar: Die Probleme die schon vor der Ehe da waren, werden auch nach dem Ja-Wort nicht verschwunden sein. „Sie werden wachsen und mit Pech eskalieren“, sagt Klopsch. Sich noch einmal ein paar Fragen zu stellen, bedeute nicht zwangsläufig das Ende der Beziehung, erklärt Klopsch.

Hochzeit: Ist der Druck von außen zu hoch?

Irgendwann fängt es an: Eine Hochzeitseinladung folgt der nächsten und stolz wird das erste Kind angekündigt. Die ewigen Fragen, wann es denn bei einem selbst soweit sei, häufen sich. „Der Erwartungsdruck, der rundum aufgebaut wird, kann ganz schön hoch sein“, sagt Klopsch. Niemand muss heiraten oder Kinder bekommen, auch wenn Freunde und Familie es gerne so sehen würden. Was wollen Sie? Wie und mit wem wollen Sie leben? Jeder kann seine eigenen Regeln schreiben.

Lampenfieber vor der Hochzeit oder Angst vor der Ehe?

Der große Unterschied besteht zwischen dem Lampenfieber vor dem Hochzeitstag und der Angst vor dem was danach kommt. „Für immer und ewig kann sehr lange sein“, sagt Klopsch. Wenn Zweifel oder Ängste aufkommen, sollten einzelne Situationen der Beziehung noch einmal genauer betrachtet werden, erklärt sie. Wie begegnen Sie sich im Streit? Finden Sie Kompromisse? Können Sie mit den Eigenarten des anderen umgehen? Oder haben Sie insgeheim den Wunsch, ihren Partner zu ändern? „Sprechen Sie die Dinge an, die Ihnen jetzt schon negativ auffallen“, sagt Klopsch.

Die Ehe als Suche nach der Sicherheit?

„Mit einem Partner an unserer Seite fühlen wir uns besser gerüstet gegen das Leben und die Anforderungen“, sagt Klopsch. „Endlich irgendwo ankommen, endlich angenommen werden, wer wünscht sich das nicht?“ Doch der reine Wunsch nach Sicherheit ist kein guter Berater, wenn es um den zukünftigen Lebenspartner geht. „Eine Beziehung ist ein ewiger Tanz aus Nähe und Distanz“, sagt Klopsch. Partner sollten sich in einer Beziehung gegenseitig fordern und fördern, nur so könne sich die eigene Persönlichkeit entfalten.

Stimmen die Erwartungen an die Ehe überein?

Die wichtigste Frage vor der Hochzeit: Kinder ja oder nein? Ein unerfüllter Kinderwunsch kann sehr schmerzhaft werden. Und wenn Kinder, wer bleibt dann wie lange zu Hause? Arbeiten beide oder nur einer? Aber auch das finanzielle sollte bereits vorher geklärt sein. Wie soll mit Geld umgegangen werden? Gemeinsame oder getrennte Konten? Welche Rolle spielen Arbeit und Karriere im Leben? Das bietet Spregstoff, so Klopsch.

Fazit: Wenn die Zweifel vor der Hochzeit aufkommen, sollten sie zugelassen und für die Beziehung genutzt werden. Denn nur, wenn alle Fragen gemeinsam geklärt werden können, dann wird es auch ein Ja für immer sein.

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