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Dicke Behörden-Panne : Hamburgerin für tot erklärt – doch sie ist putzmunter

Kaum zu glauben, dass sowas passieren kann: Eine 80-jährige Hamburgerin ist vom Standesamt Altona fälschlicherweise für tot erklärt worden. Die alte Dame ist aber putzmunter – hat dafür jetzt aber eine Menge neuer Probleme am Hals. 

Hannelore Graupmann konnte es nicht fassen: „Ich bin noch lange nicht tot“, sagte sie gegenüber dem „Abendblatt“. Zwar hatte sie einen Schlaganfall und war danach nicht mehr so fit wie zuvor, aber warum ihr der eigene Tod bescheinigt wurde, das weiß nur das Amt selber. 

Sohn Andreas Wissner sei ganz „verdaddert“ gewesen, als er am 16. Dezember einen Brief vom Nachlassgericht bekam. Sie erkundigten sich umgehend beim Gericht: „Die haben sich tausendmal entschuldigt“, sagte Wissner.

Hamburgerin für tot erklärt: Es gab wohl eine Verwechslung

Wissners Erklärung: „Da ist wohl eine Frau in einem Altersheim gestorben, die genauso hieß und exakt drei Monate jünger war.“ Ein Fehler, der mal passieren kann, aber für die Betroffene viele Probleme bedeutet. Denn dadurch bekommt Graupmann jetzt keine Rente mehr, diese wurde im November zurückgebucht. Auch ihr Konto sei gesperrt. 

Doch schlimmer noch: „Es gibt keine Medikamente auf Rezept, weil Mutti bei der AOK abgemeldet ist“, sagte der Sohn. Seine Mutter könne nicht mehr ruhig schlafen – verständlich.

Bezirksamt Altona: Beamtin ist ein Fehler unterlaufen 

Wie sich herausstellte, handelte es sich tatsächlich um eine Verwechslung: Einer Beamtin sei„ ein bedauerlicher Fehler“ unterlaufen, sagte ein Sprecher des Bezirksamts Altona am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ausgelöst worden sei er durch die Namensgleichheit und ähnlichen Geburtsdaten zu einer Frau, die kurz zuvor in einem Pflegeheim gestorben sei. Deren Tod im November hätte eigentlich beurkundet werden sollen. Jährlich werden in Altona etwa 3500 Sterbefälle beurkundet. Über den Fehler sagte der Sprecher: „Das ist ein absoluter Ausnahmefall.“ 

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Frau Graupmann muss nun auch bei den Behörden wieder zu einer lebendigen Person werden. Mittlerweile sei bestätigt worden, dass die Todesfallmitteilung falsch gewesen sei, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Mutter und Sohn waren jedenfalls erstmal beim Einwohnermeldeamt und bekamen „eine Art Lebensbescheinigung“.

Bleibt nur zu hoffen, dass die bürokratischen Hürden bald überwunden werden und Frau Graupmann ihren alten Lebensstandard zurückbekommt. (maw)

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