Deutschlandfahne und Grundgesetz zum Schulabschluss

    Ob Abi oder Hauptschule: Zu jedem Schulabschluss sollen Schülerinnen und Schüler obligatorisch eine Nationalflagge und ein Grundgesetz überreicht bekommen, findet Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß. Der Vorschlag stammt allerdings nicht von ihm und ist auch nicht ganz neu. 

    Nach seinem Kampf gegen Gendersternchen und Kritik an zu hohen Renten meldet der Hamburger CDU-Chef sich nun mit einer patriotischen Idee zurück, die nicht seine eigene ist: Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit (es war die Zeit der zweiten Coronawelle) wurde das umfangreiche Papier der überparteilichen Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ bereits im Dezember 2020 veröffentlicht. Vorsitzender: Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD).

    Hamburgs CDU-Chef ist dafür: Deutschlandfahne zum Schulabschluss

    Mit einigen Monaten Verspätung wurde Ploß nun auf den Kommissionsvorstoß mit den Nationalfahnen und dem Grundgesetz für alle Schulabgänger aufmerksam gemacht – und zeigt sich angetan.

    „Ich sehe darin eine gute Geste zur Stärkung der Identifikation mit unserem Land und den Werten unseres Grundgesetzes,“ so Ploß im Gespräch mit der MOPO: „Es wäre ein symbolischer Akt, der positiv zum Ausdruck bringt: Wir bekennen uns mit einem aufgeklärten Patriotismus zu unserem Land und seinen demokratischen Werten.“

    Christoph Ploß, CDU-Landesvorsitzender in Hamburg

    Den Bericht der Kommission habe er nicht gelesen, räumt Ploß ein. Darum kennt er auch nicht den kuriosen Vorschlag, den die Kommission direkt vor den Flaggen zum Abi macht:

    „Wer am 3. Oktober erkennbar die Nationalfarben trägt, soll kostenlos (oder zumindest zu stark reduziertem Tarif) öffentliche Verkehrsmittel benutzen können.“ Dazu wolle er sich nicht äußern, so Ploß, dessen Landesverband bei der letzten Hamburgwahl 11,2 Prozent erreichte.

    Gratisfahrten für Fahrgäste in Schwarz-Rot-Gold

    Zuletzt hatte der erklärte Merz-Anhänger sich mit seinem entschlossenen Feldzug gegen das Gendern ins bundesweite Gespräch gebracht. Sein Eintreten für ein Sternchen-Verbot in staatlichen Einrichtungen brachte ihm scharfe Kritik der AfD ein. Die Rechtspopulisten warfen dem Hamburger vor, ihre Idee kopiert zu haben.

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