Obdachlose sitzen auf der Straße
  • Obdachlose sitzen in der Innenstadt.
  • Foto: picture alliance / dpa/Marcus Brandt

Der Winter kommt mit Macht: Kalte Zeiten für Hamburgs Obdachlose

Die Temperaturen sinken, der erste Schnee fällt. Rund 2000 Menschen leben in Hamburg auf der Straße – für sie wird es in den kommenden Monaten hart. Was kann getan werden?

Angesichts der winterlichen Temperaturen hat der Hamburger Sozialverband mehr Tagesaufenthaltsplätze für Obdachlose gefordert. „Die Versorgung ist seit langem notdürftig. 500 Tagesaufenthaltsplätze waren in den vergangenen Jahren für rund 2000 Obdachlose eingeplant – das war noch nie besonders üppig“, sagte der Vorsitzende Klaus Wicher am Dienstag in Hamburg.

Sozialverband: „Recht auf ein wenig Menschlichkeit“

Jetzt werde die Lage zunehmend brisanter: „Immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger erleben hautnah, dass Obdachlosigkeit zunimmt. Nicht nur rund um den Hauptbahnhof, überall in der Stadt lagern Menschen mit den unterschiedlichsten Notlagen auf offener Straße.“

Wenn jetzt die Temperaturen sinken, brauche es für sie mehr Möglichkeiten, sich auch tagsüber stressfrei aufzuhalten, aufzuwärmen und möglicherweise sogar ärztlich versorgen zu lassen. „Diese Menschen haben bei all ihrem Elend das Recht auf ein wenig Menschlichkeit“, forderte Wicher.

Das könnte Sie auch interessieren: „Hinz&Kunzt“ sammelt mit KI-Kunst Geld für Hamburger Wohnprojekt

Vor allem rund um den Hamburger Hauptbahnhof müsse es tagsüber Aufwärmmöglichkeiten für die Betroffenen geben: „In der Hamburger Innenstadt gibt es gerade viel Leerstand. Dort gäbe es bestimmt Möglichkeiten, den Winter über Tagesaufenthalte einzurichten“.

Insgesamt sollte die Stadt auf sich abzeichnende Notstände schneller und pragmatischer reagieren: „Wir müssen mehr tun, denn es sind mehr geworden, die Unterstützung brauchen. Es wäre deshalb auch klug, mehr Plätze aus dem Winternotprogramm tagsüber zu öffnen.“ Begleitend dazu müsse außerdem für mehr Beratung und Angebote durch Sozialarbeiter gesorgt werden. Die Schlafplätze im städtischen Winternotprogramm gelten offiziell als „Erfrierungsschutz“ und müssen jeden Morgen geräumt werden. (dpa/mp)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp