• Schneeweißer Sand, Strandkörbe, kinderfreundlich flach: der Strand von Scharbeutz an der Ostsee
  • Foto: Imago

Der große Vergleich: Ostsee oder Nordsee: Wo ist es schöner?

Wo gibt’s die schönsten Strände, wo tummeln sich die Promis, wohin zieht es Familien und wie gut ist eigentlich die Wasserqualität? Derzeit überlegen wieder viele Hamburger und Deutsche, an welcher Küste sie die heißen Tage genießen sollen. Vor allem weil wegen Corona ein Urlaub im Ausland bei vielen ausgefallen ist. Ein MOPO-Team hat  13 Punkte verglichen – mit überraschend deutlichem Ergebnis! Hier gibt’s den großen Nordsee/Ostsee-Vergleich:

Sportangebot an Nord- und Ostsee

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Die Ostsee ist nicht so rau, da finden auch Surf- und Segel- Anfänger an der ganzen Küste beste Bedingungen, wie hier auf Fehmarn.

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Klar, Beach-Volleyball kann man überall spielen, Joggen geht auch immer. Aber beim Sport zeigt sich: Meer ist nicht gleich Meer. Ob Windsurfen, Kiten oder Segeln, dann ist die raue Nordsee ein Traumrevier, aber eher für Experten. Die zahmere Ostsee bietet die schöneren, abwechslungsreicheren Reviere. Auch Schwimmer, Radfahrer, Wanderer und Reiter werden hier glücklicher.

Daher: Punkt für die Ostsee!

Natur pur 

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Klassischer „grüner Festland-Strand“ mit Schaf an der Nordseeküste: Westerhever nahe St. Peter-Ording.

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Quandt

Flach, flacher am flachsten: Puristen lieben die Nordsee. Endlose Deiche und Wiesen, kein Hügel weit und breit, das raue Meer, die herrlichen Dünen.

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Natur pur: Der Weststrand auf der Halbinsel Darß (Ostsee).

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dpa

Die Ostsee ist verspielter. Bäume säumen die Strände, kühle Wälder laden zum Spazieren ein. Steilküsten und Hügel bieten Abwechslung, wilde, fast unberührte Natur findet man direkt östlich von Travemünde.

Wir meinen: Wo man es schöner findet, ist Typsache.  Unentschieden!

Schietwetter-Optionen an den Küsten

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Knaller für Kinder: das Sea Life Großaquarium in Timmendorfer Strand.

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Sealife/hfr

Die Ostsee-Therme in Scharbeutz und das „Sea Life“ in Timmendorfer Strand, in vielen Museen haben Kinder freien Eintritt – die Ostsee hat auch bei schlechtem Wetter jede Menge zu bieten. Museen gibt’s an der Nordsee auch: das Wrack- und Fischereimuseum „Windstärke 10″ in Cuxhaven zum Beispiel. Auch spannend: das „Aquarium“ mir mehr als 300 Tierarten. Und auch in St. Peter Ording gibt’s – wie in den meisten Urlaubsorten – eine Therme.

Fazit: Punkt für beide!

Erreichbarkeit mit Bus, Bahn und Auto

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Nervt bisweilen mit langen Wartezeiten: der SyltShuttle.

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Obacht ist besonders bei einer Nordsee-Fahrt mit der Bahn geboten: Beim Sylt-Shuttle kommt es nicht selten zu Verspätungen oder gar Ausfällen. Inzwischen sind einige Urlaubsorte neben Bahn und Auto auch mit dem Fernbus zu erreichen: 19 Ziele an der Ost- und sieben an der Nordsee bietet Marktführer „Flixbus“ im Sommer 2020 an.

Fazit: Punkt für die Ostsee!

Party-Faktor an Nord- und Ostsee

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Festival auf Norderney.

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Was das Feier-Potenzial angeht, so liegt die Ostsee gefühlt weit vorne – doch ein genauerer Blick zeigt: Auch an der Nordsee kann man’s krachen lassen. Nicht nur auf Sylt, sondern zum Beispiel auch beim alljährlichen „White Sands Festival“ auf Norderney. Trotzdem hat natürlich auch die Ostsee einige Partys zu bieten, besonders in Timmendorfer Strand ist immer viel los.

Fazit: Punkt für beide!

Wo lässt es sich besser campen?

An der Ostsee reiht sich Campingplatz an Campingplatz, oft direkt hinterm Strand. Und für jeden ist was dabei: Vom Luxusplatz übers Kinderparadies bis zur abgelegenen Bulli-Wiese, auf der man fast alleine steht. Aber: Auf vielen Plätzen herrscht strenges Regiment, Dauercamper belegen die besten Plätze. Die Nordsee hat nicht so viel Auswahl, hier dominieren große Wiesen, auf denen sich im Sommer Wohnmobile und – wagen drängen.

Daher: Punkt für die Ostsee!

Nordsee oder Ostsee: Wo macht’s mehr Spaß mit Kindern?

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Gigantische Sandkiste: St. Peter-Ording hat einen Traumstrand für alle.

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Hauptsache Strand, würden wohl die Kinder sagen. Aus Eltern-Sicht hat die Nordsee aber dann doch ein paar Nachteile. Teils weite Wege (schon mal mit drei kleinen Kindern und dem ganzen Gerödel in St. Peter ans Wasser gelatscht?), ein bisschen kälter ist es auch meist, aber vor allem trübt die starke Strömung die Badefreude. Die seichte Ostsee ist dagegen ein Planschparadies – und viele Orte haben sich mit diversen Angeboten auf Familien spezialisiert.

Daher: Punkt für die Ostsee.

Urlaub mit Hund: Lieber an die Nord- oder an die Ostsee?

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Hundefans sind an der Ostsee besser aufgehoben.

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Viele Urlauber haben da so ein Familienmitglied, das manchmal gar nicht so pflegeleicht ist: einen Hund. Einfacher machen es ausgewiesene Hundestrände – und die gibt es an der zugegeben auch längeren Ostseeküste mehr. Größter Vorteil: An vielen Stränden dürfen die Wuffis sogar ohne Leine laufen. Zwar lockt die Nordsee mit Wattwanderungen – doch auch dabei muss der Hund an die Leine.

Fazit: Punkt für die Ostsee!

Promi-Faktor der Küsten

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Einer der Promis mit Faible für die Ostsee: Til Schweiger im Mai 2017 bei der Eröffnung seines neuen „barefoot Hotels“ in Timmendorfer Strand.

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Klar, Sylt ist und bleibt Promi-Hotspot Nummer eins. Ansonsten steht die Ostsee bei den VIPs ebenfalls hoch im Kurs. In Timmendorfer Strand relaxt Till Schweiger im eigenen „Barefoot Hotel“. 2018 nutzte er die Umgebung, drehte für die US-Fassung von „Honig im Kopf“ und hatte gleich mal Hollywood-Haudegen Nick Nolte, Emily Mortimer („Newsroom“) und den britischen Weltstar Jacqueline Bisset im Schlepptau.

Auch Udo Lindenberg ist Fan des Örtchens. Der Rocker gondelt seit Jahrzehnten nach Timmendorf, gern mit der gesamten Panikfamilie. Falls er mal nicht dort ist, steht inmitten der Dünen eine lebensgroße Udo-Skulptur aus Metall. Im „Seehotel Binz-Therme“ auf Rügen fühlt sich Reiner Calmund wie im Schlaraffenland.

Box-Champ Arthur Abraham wurde in der Vergangenheit ebenso gesichtet wie Popstar Marian Gold („Alphaville“), Dieter Hertrampf („Puhdys“) und Schlagersängerin Stefanie Hertel.

Wer angelt, sollte gucken, ob neben ihm nicht ein Promi fischt: Rapper Marteria und Fritz Wepper warfen auf Rügen bereits ihre Rute aus. Sportlich geht es jedes Frühjahr auf Usedom zu. TV-Star Till Demtrøder lädt seine VIP-Freunde zum „Baltic Lights“-Hunderennen. Dieses Jahr waren unter anderem am Start: Olympiasieger Mathias Steiner, Soap-Schnuckel Susan Sideropoulos, „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts und „Hallo Robbie“-Charmeur Karsten Speck.

Im „Bayside Hotel“ in Scharbeutz wird Schampus und Sushi auf der Dachterrasse serviert, den traumhaften Blick genossen schon Moderator Steven Gätjen, Otto Waalkes, Nationalspieler Mario Gomez, TV-Koch Tim Mälzer und Popstar Sasha.

Film-Legende Armin Mueller-Stahl ist ebenfalls bekennender Ostsee-Liebhaber. Wenn der Altstar nicht an der kalifornischen Küste weilt, lebt er in Sierksdorf und malt Bilder wie „Landschaft am Meer“ – klar, woher er seine Inspiration nimmt …

Fazit: An der Ostsee herrscht ja richtig VIP-Alarm, doch mit Sylt als Hotspot bleibt die Nordsee unschlagbar.

Wasser- und Badequalität 

2018 sorgte eine Meldung des Kieler Gesundheitsministeriums für Schlagzeilen: Gesundheitlich angeschlagene Menschen mit offenen Wunden sollten nicht in der Ostsee baden, weil das Bakterium „Vibrio vulnificus“ schwere Wundentzündungen hervorrrufen könnte. Die Gefahr ist an der Nordsee geringer, denn: Das fiese Biest bevorzugt das weniger salzhaltige Ostseewasser – und wird aktiv, je wärmer es wird. Was die Temperatur angeht, liegt die Ostsee meist vorne: In Scharbeutz wurden etwa am 2. Juli 2020 19 Grad gemessen, in St. Peter-Ording 18 Grad. 

Fazit: Punkt für die Nordsee, was die geringere Keimbelastung angeht. Der Punkt für die angenehmere Wassertemperatur geht allerdings an die Ostsee. Gleichstand.

Von Kampen bis Binz: Städte und Shopping

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Lädt zum Entdecken ein: die Altstadt von Wismar.

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Kaschmir-Jäckchen Shoppen in Kampen? Klar, kann man machen. Aber wer gerne durch Luxusboutiquen flaniert, wird auch in den Ostseebädern fündig (Binz! Timmendorfer Strand!). Und: Zusätzlich können Ostsee-Urlauber interessante Städte im Hinterland entdecken: Lübeck, Wismar (hier steht das Karstadt-Stammhaus!), Rostock Stralsund. Da kann man shoppen und sich gleichzeitig an der Backstein-Architektur der alten Hanseaten erfreuen.
Fazit: Punkt für die Ostsee

Wo scheint die Sonne mehr?

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Strand auf Usedom, der sonnenreichsten Insel Deutschlands.

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Usedom, Rügen, Fehmarn: Die drei Ostsee-Inseln sind in jedem Jahr auf den Top-Plätzen, wenn die Meteorologen am Ende des Sommers die Sonnenstunden-Bilanz für ganz Deutschland ziehen – und das gilt auch für richtig verregnete Sommer (ja, die gibt’s im Norden, wir erinnern uns dunkel). Die Nordsee hat da vergleichsweise schlechte Karten („Von Westen her nähert sich ein weiteres Atlantiktief …“). Wildes Wetter kann durchaus reizvoll sein.
Trotzdem: Punkt für die Ostsee

Amrum, Sylt, Fehmarn, Darß: Die schönsten Strände

Der Kniepsand auf Amrum, der Ellenbogen von Sylt, die „friesische Karbik“ von Föhr, die Traumdünen von Langeoog – an der Nordsee liegen einige der schönsten Strände der Welt. Kleiner Haken: Bis auf St. Peter-Ording liegen sie alle auf Inseln. Die Festlandstrände sind gerne deichgrün. Die Ostseeküste hingegen ist von der dänischen bis an die polnische Grenze ein langes Band feiner, weißer Sandstrände. Manche mit jeder Menge Action (etwa Damp 2000 oder der Südstrand auf Fehmarn), andere wild und still (der Darßer Weststrand mit seinen Kieferwäldern).

Fazit: Punkt für beide

And the winner is …

die Ostsee! Sechs Punkte für die Nordsee, 12 für die Ostsee – so lautet das überraschend deutliche Ergebnis! Ostsee-Fans mögen sich da bestätigt fühlen, doch klar ist auch: Wo es am schönsten ist, hängt immer von einem selbst ab.

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