Phil Schmidt (35, l.) und Jan Piechowiak (36) machen Klamotten für den Bolzplatz aus Bio-Baumwolle.
  • Phil Schmidt (35, l.) und Jan Piechowiak (36) machen Klamotten für den Bolzplatz aus Bio-Baumwolle.
  • Foto: Florian Quandt

Der Bolzplatz-Look: Zwei Jungs gründen Hamburger Modelabel für Fußball-Fans

Barmbek –

Beide sind alte Schulfreunde aus Cuxhaven. Beide waren leidenschaftliche Amateurkicker. Jan Piechowiak und Phil Schmidt spielten in zwei unterschiedlichen Teams mit einer gewissen Rivalität. Außerhalb des Fußballs hatten die Wahl-Hamburger aber schon länger eine gemeinsame Idee: Ihr eigenes Fußball-Modelabel „Ballgefühl“.

Mit ihrem Fußball-Label „Ballgefühl – Fussi Couture“ produzieren sie Hoodies, T-Shirts und Mützen mit Fußball-Print. „Die Idee dazu hatten wir schon länger“, erzählen beide im MOPO-Gespräch. Vor zwei Jahren habe die Sache dann einen guten „Drive“ bekommen. Denn die Stücke scheinen auch prominenten Fußballern zu gefallen.

Waldemar Sobota vom FC St. Pauli oder auch der ehemalige HSV-Abwehrmann Dennis Diekmeier, der aktuell beim Zweitligisten SV Sandhausen unter Vertrag steht, haben sich schon mit einem Teil der Fussi-Couture-Kollektion für den Instagram-Kanal ablichten lassen.

Modelabel aus Hamburg: Fussi-Couture aus Barmbek

Doch die jungen Unternehmer wollen in erster Linie gar nicht den Profi-Bereich mit dem Label anpeilen, wie sie verraten. „Es ist natürlich toll, wenn Fußball-Profis unsere Klamotten tragen. Wir haben aber ein klares Bild von der Marke – und das ist mehr der Sportplatz als das Bundesliga-Stadion. 

Die große Liebe bei uns gilt dem Breitensport auf dem Sportplatz und den Amateuren.“ Was das Material angeht, spielt das Kleidungsstück aber in höheren Ligen. „Uns war es wichtig, Qualität zu bieten und kein Produkt zum schnellen Wegwerfen zu produzieren.“

Mode aus Hamburg mit Baumwolle in Bio-Qualität

Die Teile aus der Kollektion haben mindestens einen Anteil von 85 Prozent Bio-Baumwolle. Und wer sich im Shop für eine Auswahl entschieden hat, sollte sich auch sehr sicher sein, denn eine Retoure ist nicht inklusive. Ein bewusster Schritt. „Wir finden diese Mentalität in der Gesellschaft seltsam.

Oft werden große Mengen an Klamotten günstig erworben und vieles landet dann wieder schnell in der Tonne.“ Das sollte bei ihrem Label nicht passieren. Sobald der „Rohling“ in Hamburg ankommt, wird er hier mit Logo versehen. „Wir haben einen guten Draht zu den Jungs, die das machen. Das macht vieles einfacher.“

Ballgefühl – das sind Phil Schmidt und Jan Piechowiak

Gegründet wurde die Marke dank eines angesparten Startkapitals: „Wir haben unsere eigenen Ersparnissen in die Idee gesteckt.“ Für die Umsetzung bekamen sie aber auch tatkräftige Unterstützung aus ihrem Freundeskreis. „Die Realisierung des Logos, die Fotos für die Website und die Models – alles wurde mit der Hilfe von Freunden umgesetzt.“ 

Das sei auch eine finanzielle Erleichterung gewesen. Denn Geld wollten sie dafür nicht haben. „Sie wollten nur Sekt.“ Doch auch die beiden Jungs ergänzen sich mit ihren Kenntnissen gut, wie sie selbst sagen. Phil ist Social-Media-Experte, der Vermögensberater Jan ist gut im Lokal-Fußball vernetzt.

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Die Logos werden erst in Hamburg in die Klamotten-Rohlinge eingearbeitet.

Foto:

Florian Quandt

Für die beiden ist die eigene Klamotten-Reihe aktuell mehr ein Hobby. „Wir investieren da noch viel rein. Wenn man davon mal irgendwann leben könnte, wäre das natürlich schön. Wir sind da aber realistisch und kennen den Markt.“ Sie wollen versuchen, organisch zu wachsen. „Hauptsächlich über Freunde und Empfehlungen – Mundpropaganda.“ 

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Das Ziel sei es jetzt erst einmal, die Prozesse zu optimieren, den Online-Shop zu verbessern und die Kommunikation über Instagram hochzufahren. „Es wäre schön, wenn es eine eigene Dynamik entwickeln würde und wir bald häufiger Leute mit unseren Klamotten auf der Straße sehen.“ Und vielleicht erfüllt sich dann ja auch ein großer Traum: „Wenn Marco Reus irgendwann mal damit rumlaufen würde – das wäre schon ein Highlight.“

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