Sommer in Hamburg
  • Hamburg: Der Dienstag war der bisher wärmste Tag des Jahres.
  • Foto: picture alliance/dpa/Christian Charisius

Endlich fällt in Hamburg wieder Regen – aber danach gibt der Sommer Vollgas!

Seit Wochen hat es in Hamburg nicht geregnet. Landwirte fürchten um ihre Ernte und machen sich aufgrund der aktuellen Wetterlage große Sorgen. Die Prognose für die nächsten Tage dürfte sie aber etwas aufatmen lassen, denn es soll endlich regnen. Doch nur kurz: Schon bald soll es wieder bestes Sonnenwetter geben.

Dienstag war mit 25 Grad der bisher wärmste Tag des Jahres, so Meteorologe Alexander König. Für den Abend sagt der Wetterforscher Regen voraus.

Am Mittwoch sollen sich die Temperaturen – verursacht durch das Tief „Xaverine“ – auf 21 Grad abkühlen. Auch für die restlichen Tage gibt es nicht allzu gute Neuigkeiten für Regenmuffel und Sonnenanbeter: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bringt das Tief „Yannicka“ Regen und eine Kaltfront mit sich, die die Temperaturen bis Sonntag auf 17-19 Grad abfallen lassen. Danach soll es bis Sonntag aber weitestgehend trocken bleiben.

Der Lichtblick könnte in der kommenden Woche folgen: Es werden frühsommerliche Temperaturen zwischen 20 und 23 Grad vorhergesagt.

Bisher wärmster Tag des Jahres und Regen: So wird das Wetter

Während die einen hoffen, dass es möglichst nicht regnet, dürften sich die Landwirte über den Regen freuen, denn sie befürchten negative Auswirkungen auf die Ernte. „Wenn jetzt nicht bald Regen in ergiebiger Menge kommt, wird es zu starken Ertragsminderungen kommen“, sagte der Vorsitzende des Pflanzenbauausschusses beim Landvolk Niedersachsen, Karl-Friedrich Meyer, am Montag. Auch die Temperaturen seien zu gering.

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Schuld daran sind auch die sich verstärkenden Effekte des Klimawandels. Meteorologe König erklärt, dass sich bestimmte Wetterlagen bei uns einnisten und wir so zum Beispiel längere Phasen von Hochdruckgebieten haben, sprich: weniger Regen.

Wenn eine solche Phase im Frühjahr auftrete, dann treffe das natürlich auch die Landwirtschaft, so König, da diese Jahreszeit sehr wichtig für den Pflanzenwuchs sei und der ausbleibende Niederschlag zu Ernteausfällen führen könne. Wenn es jetzt noch wochenlang so weitergehe, reiche eine regnerische Nacht natürlich nicht aus, wenn danach wochenlang Trockenheit herrscht.

Klimawandel: Zu wenig Regen bedroht Ernte

Durch den starken Niederschlag im Februar ist mancherorts noch etwas Feuchtigkeit im Boden; diese reiche laut Meyer aber nicht besonders tief. Die bisherigen Niederschläge in diesem Jahr hätten zwar für einen guten Start der Pflanzen gesorgt, seien aber zu wenig gewesen und nun aufgebraucht.

In Regionen mit Feldberegnung werde schon seit 14 Tagen die Beregnung eingesetzt. Aufgrund der beschränkten Wassermenge werde mit Bedacht beregnet, sagte Meyer. Ohne Beregnung könnten die Nährstoffe aus dem Boden nicht in die Pflanzen kommen.


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Der Raps steht den Angaben zufolge aktuell in Vollblüte, je nach Standort beurteilen die Landwirte die Situation von sehr gut bis befriedigend. Auch Gerste und Winterweizen stünden bislang gut da, aber die Frühjahrstrockenheit mache sich langsam bemerkbar. Im Süden Niedersachsens habe sich der Winterweizen schwergetan.

Wegen der hohen Preise für Dünger halten sich dem Landvolk zufolge die Landwirte beim Düngen zurück. Es werde zu einer großen Unterversorgung der Pflanzen mit Nährstoffen kommen, befürchtet Meyer. Selbst Gülle als natürlicher Dünger werde aufgrund der sinkenden Tierzahlen knapper. In diesem Jahr seien die Verfügbarkeit und die Bezahlbarkeit von Betriebsmitteln die wichtigsten Themen für die Landwirte.

Zu wenig Regen: Landwirte in Deutschland und Frankreich kämpfen um Ernte

In Frankreich ist die Situation noch zugespitzter: Durch die anhaltende Trockenheit fürchten Frankreichs Bauern um ihre Ernte. „Wo es Wasservorräte gibt, nutzen wir sie. Aber das ist nicht überall möglich“, sagte Joël Limouzin, Vize-Vorsitzender des Bauernverbands FNSEA, am Dienstag dem Sender France Info. Derzeit befinde sich der Weizen in einer entscheidenden Phase, fügte er hinzu. In Frankreich sind diese Woche Temperaturen bis zu 30 Grad vorhergesagt, neun Grad mehr als üblich.

Derzeit gelten bereits Beschränkungen beim Wasserverbrauch in 15 der 101 französischen Départements. In manchen Regionen ist es verboten, tagsüber Gärten und Parks zu bewässern, private Schwimmbäder zu füllen oder Autos zu waschen. Seit Beginn des Jahres hat es 35 Prozent weniger Niederschlag gegeben als im Schnitt zwischen den Jahren 1981 und 2020. (mp/cnz/dpa

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