Der historische Schornstein im Ottensener Werkhof muss saniert werden.
  • Der historische Schornstein im Ottensener Werkhof muss saniert werden.
  • Foto: Patrick Sun

Denkmalgeschützter Schornstein: Altona will fette Summe für Werkhof locker machen

Ottensen –

Der Schornstein des Ottensener Werkhofs ragt in Hamburgs Westen gen Himmel. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Schon von Weitem kann man ihn erkennen – es ist der größte noch stehende Industrieschornstein in der Umgebung. Nun will Altonas Bezirksversammlung die Sanierungsarbeiten am Wahrzeichen der „Dralle-Fabrik“ mit 65.000 Euro bezuschussen.

Anfang der 80er erwarb der Ottensener Werkhof das Gelände der ehemaligen „Dralle-Fabrik“. Seitdem werden dort besonders günstige Flächen für Kleingewerbe sowie Räumlichkeiten zum Wohnen oder für gemeinnützige Vereine angeboten – das sorgt für eine bunte Mischung. Aus dem Projekt werden dabei keine Gewinne erzielt, denn nach Abzug der laufenden Kosten geht der Rest der Einnahmen komplett in die Instandhaltung und Sanierung des Hofs. Und die ist nicht billig.

Sanierung von Ottensener Schornstein kostet über 200.000 Euro

Allein die Sanierung des denkmalgeschützten Schornsteins soll sich laut Schätzungen auf 217.000 Euro belaufen. Davon kann der Werkhof 152.000 Euro stemmen. Für die restlichen 65.000 Euro will die Bezirksversammlung Altona nun Gelder bereitstellen. Zwar wurden auch bei anderen Behörden und Stiftungen Gelder beantragt, doch wie viel dabei am Ende rumkommt ist unklar. Zusätzlich müssen die Sanierungsarbeiten noch 2020 stattfinden, da 2021 bereits die nächsten Arbeiten anstehen. Man kann also nicht auf staatliche Gelder warten, die frühestens nächstes Jahr verfügbar werden. 2021 wird es dann um die Abwasserleitungen des Hofs gehen – dabei werden weitere 200.000 Euro fällig.

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Der Werkhof in Ottensen hat Platz für zahlreiche Menschen, gemeinnützige Vereine und Kleinbetriebe. Profit macht man dort nicht. Die Einnahmen fließen direkt in die Sanierung des historischen Geländes.

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Patrick Sun

Im Zuge der Corona-Krise ist jedoch auch der Betrieb der Bezirksversammlung etwas eingeschränkt. Gegenwärtig tagen nur der Haupt- und der Bauausschuss, wobei der Hauptausschuss stellvertretend für die Sitzungen der Bezirksversammlung tagt. Das wird auch bei der Sitzung am 26. März der Fall sein, wo über den beantragten Zuschuss entschieden werden soll.

Altonas Politiker stehen hinter dem Vorhaben

Sven Hielscher, Fraktionsvorsitzender der CDU Altona, rechnet jedoch damit, dass die Entscheidung erst einmal vertagt wird, bis die Bezirksversammlung sich wieder vollständig versammeln kann. Seiner Meinung nach sei das Thema gerade „nicht zwingend und nicht eilig“. Das sieht Gesche Boehlich, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Altona, anders. „Das muss jetzt passieren, jetzt sofort“, sagt sie auf Nachfrage der MOPO.

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Dass die Sanierung des Schornsteins bezuschusst werden soll, da sind sich die beiden aber jedenfalls einig. „Das ist ein Denkmal, das soll natürlich erhalten bleiben“, so Boehlich. Auch Altonas SPD soll, laut Boehlich, auf den Wagen aufgesprungen sein und den Antrag unterstützen. Dass der Zuschuss kommt scheint also so gut wie sicher, bleibt nur die Frage, wann die Entscheidung letzten Endes gefällt wird. (mp)

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