Am Mittwoch demonstrierten rund 500 Teilnehmer für den Erhalt des Krankenhauses Groß-Sand und der zugehörigen Pflegeschule in Wilhelmsburg. 
  • Am Mittwoch demonstrierten rund 500 Teilnehmer für den Erhalt des Krankenhauses Groß-Sand und der zugehörigen Pflegeschule in Wilhelmsburg. 
  • Foto: Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.

Demo in Hamburg: 500 Teilnehmer kämpfen für Klinik Groß-Sand

Wilhelmsburg –

Die Zukunft des Wilhelmsburger Krankenhauses Groß-Sand ist noch offen, doch für die zugehörige Pflegeschule ist die Schließung bereits zur traurigen Gewissheit geworden. Deshalb gingen am Mittwoch rund 500 Menschen auf die Straße und protestierten für den Erhalt der Klinik. 

Die Pflegeschule hat seit Mittwoch bereits geschlossen. Damit ist die eigene Bildungseinrichtung der Klinik weggebrochen. Wie es mit dem Krankenhaus weitergeht, das vom katholischen Erzbistum Hamburg getragen wird und verkauft werden soll, ist indes noch unklar: Der Senat und das Bistum verhandeln aktuell über die Zukunft der Klinik. 

Demo in Hamburg: 500 Teilnehmer kämpften für Klinik Groß-Sand

Gegen 16 Uhr versammelten sich etwa 500 Demonstranten am Stübenplatz, um für den vollständigen Erhalt des Krankenhauses zu kämpfen. Bereits im August fand eine Demonstration für den Erhalt der Pflegeschule unmittelbar vor dem Krankenhaus statt.

„Wir haben Verständnis, wenn sich das Bistum mit der Verwaltung überfordert fühlt und die Krankenhäuser seiner Ansgar-Gruppe verkaufen will. Kein Verständnis haben wir allerdings, wenn das Bistum deshalb bereit wäre, ausgerechnet die sogenannte „Insel der Menschlichkeit“ dem Profit zu opfern. Die Kirche darf sich nicht zurückziehen!“, fordert Manuel Humburg, ehemaliger Hausarzt in Wilhelmsburg und Mitinitiator der Demonstration.

Auch der Chefarzt der chirurgischen Abteilung, Dr. Reinpold, appelliert an den Senat und das Erzbistum, das Krankenhaus zu erhalten.„Die Bundesgesundheitspolitik hat es sich leider zum Ziel gemacht, hier den Markt zu bereinigen. Unser kleines Krankenhaus ist aus meiner Sicht aber gesundheitspolitisch systemrelevant. Ich bitte den Träger und die Stadt Hamburg alles zu tun, das Krankenhaus Groß-Sand als Grund- und Regelversorger und Insel der Menschlichkeit zu erhalten.“ 

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9453 Menschen haben die Forderungen nach einem Erhalt von Groß-Sand als einem leistungsfähigen Krankenhaus der Grund- und Notfallversorgung und einem Erhalt der Pflegeschule unterschrieben. Diese gesammelten Unterschriften sollen nun durch eine Delegation an den Hamburger Senat und das Erzbistum überreicht werden. (mhö)

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