Menschen sitzen an der Küste in Cais do Sodre in Lissabon, Portugal. Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus müssen Rückkehrer für zwei Wochen in Quarantäne.
  • Menschen sitzen an der Küste in Cais do Sodre in Lissabon, Portugal. Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus müssen Rückkehrer für zwei Wochen in Quarantäne.
  • Foto: picture alliance/dpa/TheNEWS2 via ZUMA Wire | Edson De Souza

Delta-Variante in Europa: So hoch ist der Anteil in den Urlaubsländern

Am Strand liegen, die Sonne genießen und alle Probleme mal vergessen. In den ersten Bundesländern beginnen in diesen Tagen die Sommerferien, Millionen Familien machen sich auf den Weg in den Urlaub. Doch die Delta-Variante breitet sich in Europa aus. Die Sorge wächst.

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, warnt: „Delta ist noch ansteckender als Alpha, es verbreitet sich also schneller, vor allem in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen.“ Gesundheitsexperten in anderen EU-Ländern, wie etwa Griechenland oder Spanien, warnen vor einer rasanten Ausbreitung des Virus in den Sommermonaten. B.1.617.2, die Variante, die erstmals in Indien entdeckt worden war, gilt als hochansteckend und gefährlich. Die MOPO fasst die wichtigsten Informationen über die Ausbreitung der neuen Mutation in beliebten Urlaubszielen zusammen.  

Die Sorge wächst: Portugal, Spanien und Italien

Portugal: Portugal ist nach Großbritannien das von der Delta-Variante am stärksten betroffene Land in Europa. B.1.617.2 ist in über der Hälfte aller Neuinfektionen nachgewiesen worden. Vergangenen Freitag meldete das Land 1604 neuen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, der höchste Wert seit Februar. In der Hauptstadt Lissabon macht die Delta-Variante bereits 70 Prozent aller Fälle aus.

Ab dem heutigen Dienstag müssen Urlaubsrückkehrer aus Portugal für zwei Wochen in Quarantäne. Da viele Deutsche das umgehen wollten, beendeten sie vorzeitig ihren Urlaub. Laut der Deutschen Presse-Agentur waren es allein am Samstag rund 270 Touristen. Der Deutsche Reiseverband kritisiert die Einstufung ganz Portugals als Virusvariantengebiet und spricht sich für mehr regionale Differenzierung aus. Zum Beispiel weise Madeira eine sehr niedrige Inzidenz auf, die aktuell bei 16 liege.  

Boote liegen auf dem Gardasee, in Italien. Im Hintergrund ist der Turm von Pai (La Torre di Pai) zu sehen.
Boote liegen auf dem Gardasee, in Italien. Im Hintergrund ist der Turm von Pai (La Torre di Pai) zu sehen.

Italien: Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde die B.1.617.2-Variante in manchen Regionen Italiens in 25 Prozent der Fälle nachgewiesen. Das Nationale Gesundheitsinstitut des Landes teilte vergangenen Freitag mit, dass die Varianten Delta und Kappa circa 17 Prozent der Fälle im gesamten Land ausmachen. Das Problem: Viele Italiener wollen keine Einschränkungen mehr akzeptieren. So feierten hunderte Menschen in Maleo, einer Corona-Krisenregion Norditaliens, stundenlang bei einer illegalen Party.

Spanien: Im beliebtesten Urlaubsziel vieler Deutscher steigen die Zahlen wieder. Zuletzt wurden mehr als 800 Neuinfektionen unter spanischen Schüler:innen nachgewiesen, die nach dem Abi auf Mallorca gefeiert hatten. Der britische „Guardian“ berichtet, dass in manchen Regionen, wie etwa Katalonien, die neu Delta-Variante bereits 20 Prozent der Neuinfektionen ausmacht. Gesundheitsexpertinnen und -experten warnen, dass die Ansteckungszahlen in den nächsten zwei bis vier Wochen steigen könnten.

Dänemark und Frankreich

Dänemark: In unserem Nachbarland gab es Medienberichten zufolge seit Anfang April knapp 250 Neuinfektionen mit der Delta-Variante. Vergangenen Freitag teilte die Behörde für Patientenschutz mit, dass neun Zuschauer:innen des Fußballspiels Dänemark gegen Belgien positiv auf die Delta-Variante getestet worden seien. In Kopenhagen war die Zuschauerzahl für die Europameisterschaft von 16.000 auf 25.000 im Stadion erhöht worden. Dennoch ist die Delta-Variante, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge, für nur 0,7 aller Infektionen verantwortlich.

Zwei Frauen machen ein Selfie mit einem Smartphone vor dem dem Arc de Triomphe auf der Champs Elysees in Paris, Frankreich.
Zwei Frauen machen ein Selfie mit einem Smartphone vor dem dem Arc de Triomphe auf der Champs Elysees in Paris, Frankreich.

Frankreich: Obwohl die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land überschaubar ist und die Sieben-Tage-Inzidenz bei rund 25 liegt, breitet sich die Delta-Variante aus. Im Südwesten des Landes macht sie bereits 70 Prozent der Neuinfektionen aus. In ganz Frankreich liegt die Anzahl bei zehn Prozent. Um die Ausbreitung zu bekämpfen, möchte die Regierung das Testen ausweiten und das Impftempo erhöhen.

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Griechenland und Türkei

Griechenland: Bislang ist die Zahl der Infektionen mit der Delta-Variante relativ überschaubar. Der Nationalen Gesundheitsorganisation zufolge gab es in den vergangenen Tagen einige bestätigte Fälle der Variante auf der Urlaubsinsel Kreta, in Athen und Korinth. Auf Kreta waren es etwa 18 Fälle. Gesundheitsexperten warnen, dass sich die neue Mutation im August stärker ausbreiten wird.

Menschen genießen das warme Wetter am Strand und baden im Meer in Griechenland.

Türkei: Laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ist die Delta-Variante in der Türkei in nur zwei Prozent der Fälle nachgewiesen worden. Zu bedenken ist hier, dass nur wenige Daten über verschiedene Mutationen erhoben werden. Was die Sieben-Tage-Inzidenz angeht, so ist diese seit Wochen stabil bei knapp unter 50.

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