Wenn es um Debatten wie diese geht, sollten weiße, nicht marginalisierte Menschen zuhören – findet auch der Träger dieses Schildes auf einer Anti-Rassismus-Demo.
  • Wenn es um Debatten wie diese geht, sollten weiße, nicht marginalisierte Menschen zuhören – findet auch der Träger dieses Schildes auf einer Anti-Rassismus-Demo.
  • Foto: imago images/Ralph Peters

Debatte über Z-Wort: Schluss mit Reden! Einfach mal machen

Kommentar –

Ich bin weiß, deutsch, heterosexuell. Die Tatsache, dass ich eine Frau bin, ist der einzige Aspekt, aufgrund dessen ich beizeiten Diskriminierung erfahre. Das ist allerdings nichts im Vergleich zu dem, was marginalisierte Menschen erleben – jeden Tag: Ausgrenzung, Verunglimpfung, physische Angriffe. Und genau deshalb steht es Menschen wie mir nicht zu, zu beurteilen, ob eine Zigeunersoße Zigeunersoße heißen darf oder nicht. Denn ich bin keine Betroffene!

Wenn Menschen wie Christian Rosenberg sagen, sie fühlen sich durch meine oder unsere Wortwahl verletzt, gibt es für Sie und mich, die wir nicht marginalisiert sind, nichts anzuzweifeln, nichts zu diskutieren.

Ja, das klingt hart und vielleicht sogar bevormundend. Aber wir haben über das Z- oder auch das N-Wort wirklich schon erschöpfend debattiert – und Betroffene haben uns immer wieder erklärt, wie wir sie damit verletzen. Deshalb muss es jetzt einfach gut sein mit den Debatten.

Autorenfoto Miriam Khan

Miriam Khan leitet bei der MOPO das Ressort Politik/Panorama

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Quandt

Uns umzugewöhnen mag unbequem sein, anstrengend und womöglich sehen einige das Problem immer noch nicht – ist ja schließlich nicht „böse“ gemeint. Aber das ist irrelevant. Es ist irrelevant, wie etwas gemeint ist. Relevant ist, was es beim Gegenüber auslöst. Und selbst wenn es „schon immer Zigeunersoße hieß“ – dann war das halt „schon immer“ falsch. 

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