Das Kriegerdenkmal von Bramfeld wurde mit rotem Graffiti bemalt.
  • Das Kriegerdenkmal von Bramfeld wurde mit rotem Graffiti bemalt.
  • Foto: Sandro Kappe/hfr

Das wird aus dem Nazi-Denkmal

Blutrote Farbe auf grauem Granit – am vergangenen Wochenende wurde das Kriegerdenkmal am Alten Teich in Bramfeld beschmiert. Um das Denkmal des Soldaten gibt es seit Jahren Zoff, denn es stammt noch aus der Nazi-Zeit. Im nächsten Jahr soll es für 440.000 Euro umgestaltet werden.

Das Denkmal des Soldaten wurde 1935 zur Zeit des Nationalsozialismus in Gedenken an gefallene Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg errichtet. Immer wieder sollen sich hier in den vergangenen Jahren Rechtsradikale getroffen haben. Jetzt wurden auf die Steinsäulen rote Schlangenlinien gemalt, die an die Buchstaben „SS“ erinnern. Auf den Stufen vor dem Denkmal steht die Zahl 161, im politischen Kontext auch ein Code für die Antifa.

Kriegerdenkmal von Bramfeld: Politisch brisanter Ort

„Aus welcher Ecke das auch kommt – die Zivilgesellschaft können die Täter mit solchem Unsinn nicht erreichen“, sagt der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe zur MOPO. Er habe bereits den Bezirksamtsleiter informiert. Immer wieder sei es in der Vergangenheit zu Schmierereien an dem Denkmal gekommen, daher seien jedes Jahr mehrere kostenintensive Entfernungen von Graffiti erforderlich. Wie Kappe am Mittwochabend auf Instagram gepostet hat, ist das Graffiti inzwischen entfernt worden.

Das Kriegerdenkmal von Bramfeld wurde mit rotem Graffiti beschmiert.
Das Kriegerdenkmal von Bramfeld wurde mit rotem Graffiti beschmiert.

440.000 Euro für die Umgestaltung des Denkmals

Die Umgestaltung des umstrittenen Denkmals ist auch schon 2016 in Gang gesetzt worden. Initiiert vom Arbeitskreis „AK Denk-mal“. Nach einem öffentlichen Ideenwettbewerb soll es im Jahr 2022 nun endlich eine Kommentierung erhalten. Insgesamt 440.000 Euro sind dafür bereits bewilligt worden, der Hauptanteil kommt aus dem Sanierungsfond der Bürgerschaft.

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„Das Kriegerdenkmal Bramfeld in seinem jetzigen Zustand stellt Krieg und Gewalt in einen verherrlichendem und nicht mehr zeitgemäßen Stil dar“, sagt Dennis Paustian-Döscher, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. Mit der Umgestaltung des Platzes soll sich das ändern. „Ich finde es aber richtig, dass wir das Denkmal nicht einfach abreißen, sondern zu dieser historischen Verantwortung stehen.“

Hamburg: So soll das Kriegerdenkmal einmal aussehen

Vor dem Denkmal soll nun ein zweites Denkmal entstehen, dass den martialischen Soldaten weitestgehend verdeckt. Geplant ist ein 26 Meter langer Betonsteg, an dessen Kopfende eine Plattform mit umlaufender Bank und ein riesiges Feld mit 55 hölzernen Stelen stehen soll. Die Stelen sind zwischen drei und sechs Metern hoch.

Das Modell zeigt, wie die Umgestaltung des Kriegerdenkmals einmal aussehen könnte.
Das Modell zeigt, wie die Umgestaltung des Kriegerdenkmals einmal aussehen könnte.

Als Ausdruck von Krieg und Gewalt werden sie in verschiedenem Maße geflammt. Zur Statue des Soldaten hin sollen sich die Stelen verdichten. Der Entwurf stammt von der Bramfelder Innenarchitektin Alke de Luise und dem Landschaftsarchitekturbüro „Hahn Hertling Von Hantelmann“.

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