• Ein Spatz hat es sich auf einem Strohhalm gemütlich gemacht. In Hamburg stehen die Vögel mittlerweile auf der Liste der gefährdeten Arten.
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Damit die Spatzen wieder singen: Projekt soll Hamburgs Singvögel retten

Früher war der Spatz der am stärksten verbreitete Brutvogel in Hamburg – heute steht er auf der Liste der gefährdeten Arten. Aber auch andere Singvögel werden in der Hansestadt immer seltener. Mit der Aktion „Spatzenretter Hamburg“ versucht Simon Hinrichs vom Neuntöter e.V. etwas daran zu ändern.

Regelmäßig sieht sich Hinrichs nach dem Bestand der Spatzen in Hamburg um. Dabei hält er auch nach geeigneten Gebäuden Ausschau, an denen weitere Nistkästen angebracht werden können. Spatzen sind wählerisch und haben einige Kriterien, nach denen sie sich einen Wohnort suchen: dichte Hecken, ganzjährig vorhandene Pflanzensamen von Wildstauden oder Körner durch Fütterungen, Sandbadeplätze und heimische Pflanzen, die Insekten für den Nachwuchs anlocken.

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Findet sich ein geeignetes Gebäude, bei dem auch die Bewohner oder Eigentümer die Aktion unterstützen, wird geprüft, welche Bedingungen noch fehlen und wie man diese vor Ort einrichten kann. Momentan kommt es für Spatzen, aber auch andere Vögel oder Fledermäuse, zu Wohnungsnot. „Ältere Gebäude mit Lücken und Nischen, welche als Nistplatz dienen, werden nach und nach saniert oder abgerissen. Neue Gebäude sind meist vollständig ‚versiegelt‘. Das bedeutet, dass das Überleben von Spatzen, Mauerseglern, Fledermäusen und Co. zukünftig von Nisthilfen abhängt. Für diese Arten sind spezielle Nistkästen also überlebenswichtig“, heißt es auf der Seite von Neuntöter.

Spatzen in Hamburg: Nistkästen sollte ein Fachmann einbauen

Solche Nistkästen können beispielsweise direkt in die Gebäudefassade eingebaut oder an der Hauswand angebracht werden. Dabei ist wichtig, dass sich ein Fachmann um die Einrichtung kümmert, denn sonst nehmen die Tiere das neue Zuhause möglicherweise nicht an. Unter anderem ist zu beachten, auf welcher Höhe diese eingebaut werden und in welche Himmelsrichtung die Hausfassade zeigt.

Sogenannte „Spatzenreihenhäuser“ seien meist mehr Schein als Sein. Denn dort sollen dicht nebeneinander drei Spatzenpaare unterkommen. Da diese jedoch mindestens einen Meter Abstand zueinander brauchen, lebt in den großen Kästen für gewöhnlich nur ein einziges Paar. Auf dem Papier heißt es dann trotzdem, dass Wohnraum für drei Paare geschaffen wurde.

Heimische Büsche und Sträucher können auch helfen

Um das eigene ökologische Umfeld für die verschiedenen Tiere aufzuwerten, müssen derweil nicht zwangsläufig Nistkästen eingebaut werden. Wer im eigenen Garten exotische Pflanzen durch heimische ersetzt, sollte schon nach kurzer Zeit ein belebteres Umfeld feststellen können. Am besten funktioniere dies mit Sträuchern, da diese leicht zu pflegen seien und vergleichsweise viel Lebensraum für Tiere böten.

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Auf der Seite des Projekts „Siedlungssänger“ des Neuntöter e.V. finden sich weitere Informationen rund um das Thema. Zusätzlich kann dort das Projekt auch finanziell unterstützt werden. Wer plant, Maßnahmen für den Erhalt der Spatzen und anderer wichtiger Flugtiere zu ergreifen, kann sich dort beraten lassen. Auch Genossenschaften, Firmen, Hausverwaltungen, Schulen und städtische Einrichtungen können sich dort melden und zu Projektpartnern werden. Und mit etwas Glück singen bald wieder mehr Vögel in Hamburgs Nachbarschaften. (mp)

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