• Billigfleisch wird zu oft den teureren Produkten vom Schlachter vorgezogen. (Symbolbild)
  • Foto: imago/Travel-Stock-Image

Corona-Skandal: Billigfleisch-Paradies Deutschland: Was jetzt passieren muss

Kommentar –

Schweinebauch für China, Hähnchenkeulen für Afrika, Nackensteaks zum Dumpingpreis für uns: Mit preußischer Effizienz haben es die Deutschen geschafft, Fleisch so billig zu produzieren, dass wir gleich die halbe Welt mitversorgen. Die Folgen: Für Sojafelder abgeholzter Regenwald, arbeitslose Bauern in Entwicklungsländern, Nitrat-verseuchtes Grundwasser in Niedersachsen, gequälte Tiere und ausgebeutete Menschen in unseren Schlachthöfen. So weit, so bekannt – und den meisten am Ende egal.

Wie beenden wir dieses „Schweinesystem“? Dass morgen alle nur noch Gemüse essen, ist wenig realistisch. Das Problem auf den Verbraucher abzuwälzen, der ja Bio-Koteletts für den dreifachen Preis kaufen kann, wenn ihn das Gewissen drückt, reicht nicht.

Produktion von Billigfleisch stoppen: Die Politik ist gefordert

Mathis Neuburger NEU

Mathis Neuburger (40) ist stellvertretender Chefredakteur der MOPO. 

Foto:

Patrick Sun

Was wir brauchen, ist eine klare Politik: Viel höhere Standards bei der Tierhaltung, Abschaffung des Sub-Sub-Subunternehmertums in den Schlachthöfen, Import-Stopp von Soja aus Brasilien. Das wäre das Ende vom Billigfleisch-Paradies Deutschland. Aber es wäre der einzige Weg hin zu einem anständigen System.

Video: So denken die Hamburger über Billigfleisch

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