• Sozialsenatorin Melanie Leonhard. 
  • Foto: Patrick Sun

Corona-Lage in Hamburg: Sozialsenatorin nennt neue Zahlen und präsentiert Kita-Pläne

Die Wirtschaft leidet unter der Corona-Krise, aber auch das soziale Leben. Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat am Donnerstag bekanntgegeben, wie heftig sich das Virus auf unsere Stadt auswirkt – doch sie macht auch Hoffnung. 

Vor allem denjenigen, die besonders unter der „großen Herausforderung“ leiden, wie Loenhard berichtet. Und das sind vor allem die Alleinerziehenden, die jetzt nicht nur allein das Geld nach Hause bringen müssen sondern sich jetzt auch bereits seit fünf Wochen um ihren Nachwuchs kümmern müssen. Denn genau so lange sind die Kitas inzwischen dicht – zumindest für all jene, die nicht zu einer sogenannten systemrelevanten Berufsgruppe gehören wie Ärzte oder Polizisten.

Corona in Hamburg: Schwierige Lage für Alleinerziehende

„Für Alleinerziehende ist die Situation besonders schwierig“, sagt Leonhard. Deswegen sollen auch deren Kinder fortan in die Notbetreuung der Kitas gehen dürfen – und zwar bereits ab kommender Woche. Einen genauen Termin will der Senat am Freitag bekanntgeben.

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Zur Info: Aktuell beträgt die Auslastung in den Kitas zwischen drei und fünf Prozent, es gibt also Luft nach oben. Deswegen deutete Leonhard an, dass in einem nächsten, noch nicht datierten Schritt auch Kinder mit Behinderung sowie die Viereinhalb- bis Sechsjährigen, die ab Sommer zur Schule gehen, wieder in die Kitas gehen sollen.

Corona: Hamburger Senatorin fordert Spielplatz-Öffnung

Darüber hinaus drängt die Senatorin auf eine baldige Öffnung der wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Spielplätze. „Wir wissen alle, Kinder brauchen andere Kinder für ein gesundes Aufwachsen. Sie brauchen sehr viel Bewegung, sie brauchen diese auch im Freien“, sagte Leonhard. Sie wünscht sich, dass das Spielplatzbetretungsverbot bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz oben auf der Agenda steht.

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Darüber hinaus gab sie eine Reihe von Zahlen zur Corona-Lage in Hamburg bekannt. So sind in Hamburgs Flüchtlingsunterkünften offiziell aktuell 39 von weit mehr als 30.000 Menschen an Covid-19 erkrankt und isoliert worden. In Hamburgs Obdachlosenunterkünften wurden drei Virus-Fälle nachgewiesen. Und: Bei immer mehr Menschen gibt es finanzielle Engpässe, viele sind nun auf Sozialleistungen angewiesen.

Die Zahl der Anträge sogenannter Bedarfsgemeinschaften steige um etwa 1000 pro Woche, sagte Leonhard. In der vergangenen Woche seien sogar 1900 zusätzliche Anträge gestellt worden. Im März bezogen 93.000 Haushalte in Hamburg Hartz-IV-Leistungen.

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