Der Kiosk am S-Bahnhof Wellingsbüttel: Eine Maske kostet hier 30 Euro.
  • Der Kiosk am S-Bahnhof Wellingsbüttel: Eine Maske kostet hier 30 Euro.
  • Foto: Marius Roeer

Corona-Krise: Masken für 30 Euro! Das ist Hamburgs dreistester Kiosk

Wellingsbüttel –

Masken, Handschuhe, Desinfektionsspray: Vor der Corona-Krise einfach zu bekommen und vor allem: zu günstigen Preisen. Doch seit einigen Wochen herrscht Goldgräberstimmung bei Verkäufern solcher Hygiene-Artikel. Nicht nur im Internet floriert der (überteuerte) Handel mit Masken und Co. Auch ein Kiosk in Wellingsbüttel will an der Not verdienen: Eine FFP3-Maske kostet dort 30 Euro! Ist das legal?

Schutzmasken der Sicherheitsklasse FFP3: Vor der Coronakrise gab es sie im Internet für etwa einen Euro zu kaufen, doch findige Geschäftsleute haben den Preis in den vergangenen Wochen in die Höhe getrieben. Aber: Masken für 30 Euro statt für einen? Das zumindest, schrieb uns ein Leser, würde der Bahnhofskiosk an der S-Bahn-Station Wellingsbüttel anbieten.

Wellingsbüttel: Hier steht Hamburgs dreistester Kiosk

Ein Besuch vor Ort. Direkt im Verkaufsbereich, dem besten Sichtfeld, liegen Schokoriegel, M&M und oben drauf: eine Schutzmaske. Ohne Preis. Neben der Maske hat der Betreiber gerade ein „Angebotsschild“ für einen weiteren Artikel an das Verkaufsfenster geklebt: Einweghandschuhe: 100 Stück für 17,95 Euro.

Kiosk Wellingsbüttel.

Einweghandschuhe für 17,95 Euro, 30 Euro für eine Maske: Der Kiosk am S-Bahnhof Wellingsbüttel bietet Corona-Schutz zu Wucherpreisen.

Foto:

Marius Röer

Zum Vergleich: Bei Aldi war ein solches Pack jüngst für 4,99 Euro im Angebot. Auf Nachfrage bestätigt eine Verkäuferin auch den Preis der Maske. Ist das Wucher? Ist das legal? 

Verbraucherzentrale Hamburg äußert sich

Die MOPO fragt nach bei der Hamburger Verbraucherzentrale.  „Wenn ein Verkäufer die Lage eines Kunden ausnutzt, dann kann es ein ‚wucherähnliches Geschäft‘ sein und es ist damit nicht rechtswirksam“, sagt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale. Zweifel hat die Expertin allerdings bei der „Zwangslage“, die eine unmittelbare Vorraussetzung des Wuchers ist.

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„Es dürfte derzeit in den meisten Fällen an der für Wucher erforderlichen Zwangslage fehlen“, heißt es auf der Seite der Verbraucherzentrale dazu. Das bedeutet: Auch wenn es gefühlt kaum noch Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu kaufen gibt, trügt der Eindruck. Der Handel, so die Verbraucherzentrale, sagt, dass es keine Engpässe bei derartigen Produkten gibt.

Expertin: „Schlimm, dass Leute Geschäfte mit der Angst machen“

Trotzdem hat die Expertin eine klare Meinung zum Geschäftsgebahren des Wellingsbütteler Kioskbetreibers: „Was schlimm ist, ist, dass Leute Geschäfte mit der Angst machen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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