Ende Januar ist es fast ein halbes Schuljahr, in dem Hamburgs Schülerinnen und Schüler keinen regulären Unterricht mehr hatten. Damit ihnen dies keine Nachteile bringt, werden nun einige Anpassungen vorgenommen. 
  • Ende Januar ist es fast ein halbes Schuljahr, in dem Hamburgs Schülerinnen und Schüler keinen regulären Unterricht mehr hatten. Damit ihnen dies keine Nachteile bringt, werden nun einige Anpassungen vorgenommen. 
  • Foto: picture alliance/dpa

Corona: Klausuren, Abschlüsse, Praktika – das ändert sich jetzt an Hamburgs Schulen

Ende Januar ist es soweit: Ein halbes Schuljahr lang hat dann der reguläre Unterricht an Hamburgs Schulen auf Grund der Corona-Pandemie nicht stattgefunden. Die Schülerinnen und Schüler sollen dadurch aber keine Nachteile erhalten. Schulsenator Ties Rabe (SPD) will dafür unter anderem Klausuren und Abschlüsse anpassen.

So soll neben anderen Anpassungen in der Hansestadt in diesem Jahr auf die zusätzlichen Hauptschulprüfungen (Erster Allgemeinbildender Schulabschluss ESA) verzichtet werden, teilt die Schulbehörde mit. Ebenso wird es in Bayern, Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen gehandhabt. Den vollwertigen Hauptschulabschluss sollen die Schülerinnen und Schüler dennoch bekommen – die Abschlussnoten sollen laut Mitteilung aus den Noten der einzelnen Fächer des letzten Schuljahres gebildet werden.

Keine Hauptschul-Prüfungen: Corona-Anpassungen an Hamburger Schulen

Über diese und weitere Veränderungen haben sich der Hamburger Schulsenator Ties Rabe, Staatsrat Rainer Schulz sowie Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack in der vergangenen Woche mit den rund 35 Sprechern der Hamburger Schulleitungen beraten. Die zusätzlichen Hauptschulprüfungen seien nicht vorgeschrieben und werden von vielen Bundesländern ohnehin nicht durchgeführt – deshalb findet Rabe den Vorschlag vernünftig. „Jeder Schüler muss drei Abschlussklausuren und drei mündliche Prüfungen absolvieren, bei knapp 9000 Schülerinnen und Schülern sind das über 50.000 Prüfungen. Diese Zeit wollen wir besser nutzen, um mehr Unterricht zu erteilen, mehr zu lernen und Versäumtes nachzuholen.“

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Auch Schülerinnen und Schüler der Hamburger Gymnasien sollen entlastet werden: die am Ende der 10. Klasse anfallenden landesweiten Klausuren in den Hauptfächern werden gestrichen. Sie seien ebenfalls nicht üblich und nicht durch die Vereinbarung der Kultur-Minister-Konferenz (KMK) gefordert.

Lockdown: Keine Klausuren bis zur 10. Klasse

Generell müssen Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse in Hamburg vor dem Hintergrund des verlängerten Corona-Lockdowns bis Ende Januar keine Klausuren schreiben. Die Arbeiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeschrieben oder durch andere Leistungen wie Hausarbeiten ersetzt werden, wie die Schulbehörde mitteilt.

Klausuren in den Oberstufen sollen hingegen im selben Zeitraum in der Schule geschrieben werden. Diese hätten eine große Bedeutung für das spätere Abitur. Nach Angaben eines Sprechers betrifft dies die Jahrgänge 11 und 12 an Gymnasien, sowie die Klassen 12 und 13 an Stadtteilschulen. Für Stadtteilschüler in der 11. Klasse gebe es im Januar ebenfalls keine Klausuren. In der Mitteilung erinnert die Schulbehörde zudem daran, dass auch die Verpflichtung für ein Betriebspraktikum in diesem Jahr aufgehoben sei.

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Um auf freiwilliger Basis den im vergangenen Halbjahr versäumten Stoff nachholen zu können, sollen für Hamburger Schülerinnen und Schüler in den Märzferien außerdem freiwillige Lernangebote organisiert werden. Diese sind demnach in Kleingruppen von etwa sechs bis acht Schülern an jeweils drei bis vier Unterrichtsstunden täglich vorgesehen. Die Angebote seien kostenlos.

Weitere Anpassungen für Mittlere Reife und Abitur geplant

„Aufgrund von Corona wird bis Ende Januar fast ein halbes Schuljahr kein Unterricht in der Schule erteilt“, mahnt der Schulsenator. Rabe kündigte in diesem Zusammenhang erneut an, dass es Anpassungen bei der Mittleren Reife und dem Abitur geben soll. „Dazu werden wir uns in den nächsten Wochen sorgfältig mit der Kultusministerkonferenz beraten.“

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