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Corona-Angst: Hamburger Pflegeheime lassen keine Ärzte ins Haus

Die Hamburger in den Pflegeheimen leiden besonders unter der Corona-Krise. Seit Anfang März duften sie keinen Besuch von Angehörigen erhalten. Das soll sich mit den neuen Beschlüssen der Bundesregierung ändern. Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Viele Pflegeheime lassen aus Angst vor Ansteckungen keine Therapeuten und Ärzte mehr ins Haus.

Um die Infektionsgefahr für die Bewohner von Pflegeinrichtungen zu verringern, hatte die Stadt Hamburg zuletzt alle Einrichtungen für Besucher geschlossen. Ausgenommen waren unter anderem Besuche von Therapeuten und Medizinern. Aus Angst vor dem Coronavirus sollen viele Pflegeheime in Hamburg allerdings nicht einmal diese Berufsgruppen ins Haus gelassen haben, dies berichtet der Sender NDR 90,3 unter Berufung auf den Hausärzteverband.

Ein Pflegeheim stellt sich quer: Was Angehörige tun können

Wenn zum Beispiel die nötigen Bewegungs- und Sprachtherapien fehlen, würde dies viele Bewohner um Monate zurückwerfen. Somit steige auch der Pflegeaufwand, wenn Patienten verkrampfen würden oder sich nicht mitteilen könnten. Die Gesundheitsbehörde habe deshalb alle Verbände und Träger wiederholt dazu aufgefordert, medizinisch verordnete Therapien zuzulassen. Sollten sich Pflegeheime dem wiedersetzen, könnten sich Betroffene und Angehörige an die zuständigen Bezirksämter wenden.

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Hamburg: Neue Corona-Regeln in der nächsten Woche

Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine Lockerung der bisherigen Corona-Regeln beschlossen. In Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, soll nun jedem Patienten oder Bewohner der wiederkehrende Besuch durch eine bestimmte Person aus dem Bekanntenkreis möglich sein. Voraussetzung hierfür sei, dass es in der Einrichtung „kein aktives Infektionsgeschehen“ der Corona-Pandemie gibt. Wie diese neuen Maßnahmen in Hamburg umgesetzt werden, entscheidet der Senat am kommenden Dienstag (12. Mai). (abu)

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