Hamburg: Durch Vandalismus oder Abnutzung sind viele Parkbänke in einem sehr schlechten Zustand.
  • Hamburg: Durch Vandalismus oder Abnutzung sind viele Parkbänke in einem sehr schlechten Zustand.
  • Foto: Luise Evers/dpa

CDU: „Hamburg leidet unter einer akuten Bankenkrise“

Während der Pandemie haben die Hamburger eine neue Leidenschaft entdeckt: Ob im Park, im Wald oder einfach durch den Stadtteil – es wird spazieren gegangen. Doch gerade Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, vermissen in den Hamburger Parkanlagen vor allem eines: Bänke zum Verschnaufen. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion sieht die Hansestadt in einer „Bankenkrise“.

In den Grün- und Erholungsanlagen gibt es nach Ansicht der CDU-Bürgerschaftsfraktion nicht genug Sitzmöglichkeiten. „Hamburg leidet unter einer akuten Bankenkrise“, erklärte der Fraktionssprecher für Bezirke, André Trepoll.

CDU: Hamburg braucht mehr Parkbänke

Gerade in den Sommermonaten und in der Zeit von coronabedingten Einschränkungen nutzten viele Bürger die Möglichkeit, in den Parks und Grünanlagen spazieren zu gehen. Doch insbesondere ältere und mobilitätseingeschränkte Hamburger beklagten sich immer häufiger über viel zu wenige Sitzmöglichkeiten.

Renate Langpap etwa wohnt in Wandsbek und sieht die Lage kritisch: „Parkanlagen wie der Eichtalpark sind für alte Menschen ein Witz“. In den Grünanlagen fehlt es ihr an Ausruhgelegenheiten. Ihr Ehemann Ernst Langpap sieht die Sache ähnlich: „Meine Frau hat einen Behindertenausweis für eine Gehbehinderung. Das hilft uns aber nichts, wenn keine Sitzgelegenheiten zum Ausruhen da sind.” Gerade am Kanal entlang Richtung Alster solle man mehr machen, damit sich die Leute ausruhen können.  

Renate Langpap
Renate Langpap findet, Hamburg hat zu wenig Sitzbänke.

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Sigrid Stuhlmacher sieht das etwas anders. Sie wohnt seit 60 Jahren in Wandsbek und besucht fast jeden Tag den Eichtalpark mitsamt botanischem Garten. „Ich finde, es gibt ausreichend Sitzbänke hier“, erklärt sie der MOPO. „Für mich ist das wunderbar, da sind genug Bänke da.“ Wenn sie länger über Eilenau Richtung Alster unterwegs ist, sieht sie jedoch ein anderes Problem: „Die Leute machen die Bänke nicht mehr sauber, wenn sie wieder aufstehen.“ 

Sigrid Stuhlmacher
Sigrid Stuhlmacher sieht das Problem eher bei der Verschmutzung der Bänke.

Auch die CDU merkt das Problem der Verschmutzung an: Die vorhandenen Bänke befänden sich aufgrund äußerer Umwelteinflüsse und Vandalismus häufig in einem äußerst beklagenswerten Zustand, so die Fraktion. Für den rot-grünen Senat habe das Problem aber keine Priorität, kritisierte Trepoll. Einige Bezirke könnten nicht einmal sagen, wie viele Parkbänke im öffentlichen Raum vorhanden seien.

Erwin F. fährt täglich Fahrrad und kommt deswegen viel in Hamburg rum. “Es ist ganz wichtig, dass es die Bänke gibt“, sagt er im Gespräch mit der MOPO. „Die Situation ist in den Parks immer unterschiedlich, es könnten von mir aus aber gerne mehr Bänke sein.” Gerade sonntags oder bei gutem Wetter wären die vorhandenen Sitzgelegenheiten oft voll. Sein Wunsch: “Mehr Stühle, die verschiebbar sind, so wie im Stadtpark oder auf den Alsterwiesen.” 

Erwin F.
Erwin F. kommt in Hamburg viel rum und wünscht sich flexiblere Sitzmöglichkeiten.

Hamburgs Bezirke sollen jetzt Bänke zählen

Tatsächlich sollen die Bezirke alle Parkbänke in Grünanlagen und auf Spielplätzen bis Ende nächsten Jahres systematisch erfassen, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage von Trepoll mitteilte. Das sei Teil des Projekts „Erhaltungsmanagement Grün“ (EMG).

Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert mehr Bänke für Parkanlagen.
Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert mehr Bänke für Parkanlagen.

Einige der sieben Bezirke konnten schon Zwischenergebnisse nennen: Altona zählte 1113 Parkbänke, Eimsbüttel 1746 und Wandsbek 1735. Der Bezirk Mitte berichtete, dass in Planten un Blomen 323 Gartenstühle stehen, zudem 312 Bänke und 66 sonstige Sitze.

Seit 2020 wurden in Mitte, Altona, Wandsbek und Harburg 187 neue Bänke aufgestellt. Allerdings dürfte das seit Beginn der Corona-Pandemie vorgeschriebene Abstandsgebot auch zu einer deutlichen Verknappung der Sitzgelegenheiten geführt haben. (dpa/sr)

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