Christoph Ploß mit Mitarbeitern der Stadtreinigung
  • Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß (2.v.r.) als „Praktikant“ bei der Stadtreinigung
  • Foto: hfr/Ploss

CDU-Chef als Praktikant: Was lernt man als Müllmann, Herr Ploß?

Einen Tag Mülleimer leeren, einen Tag an der Supermarktkasse und den nächsten in einer Behinderteneinrichtung. Seit 2018 absolviert der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß in der Sommerpause eine Praktikumstour. Ist das eine reine PR-Aktion? Die MOPO sprach mit Ploß über Warteschlangen, hupende Autofahrer und die Begleitung durch Social Media-Profis.

MOPO: Herr Ploß, was lernt man als Müllmann?

Christoph Ploß: Man lernt, wie hart die wichtige Arbeit der Mitarbeiter ist, wie früh es morgens losgeht und dass die Jungs auch in schwierigen Verkehrssituationen einen kühlen Kopf bewahren.

Standen Falschparker im Weg?

Nee, das waren in manchen Situationen eher die Autofahrer, die von hinten drängelten und hupten.

Haben Sie immer jemanden aus dem Social Media Team dabei?

Ich habe häufig bei politischen Terminen Begleitung dabei, das gehört zum Job. Die Bürger wollen wissen, was ich als ihr Abgeordneter für sie mache. Über meine Social-Media-Kanäle bekomme ich auch für meine nächsten Praktikumstouren Anregungen. 

Aber ein paar Stunden an der Supermarktkasse, mit einem Social Media Profi, der sie filmt – ist das nicht eine reine PR-Aktion?

Nein. Es ist wichtig, dass ein Politiker mal in die Praxis schaut und in das Leben der Menschen einsteigt, die er repräsentieren soll. Und dass er dabei begleitet wird und über seine Arbeit informiert, das ist wichtig, um sich mit den Bürgern austauschen zu können.

Was sagen die Kunden, wenn sie Sie an der Kasse sehen? Werden Sie erkannt?

Einige sind sehr überrascht und können es kaum glauben. Ein paar sprechen mich auch persönlich an.

Und die wollen dann über den Zustand der Hamburger CDU mit Ihnen sprechen?

Nee, dafür bleibt keine Zeit an der Kasse.

Christoph Ploß an einer Supermarktkasse
Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß war einen Tag lang auch Praktikant an einer Supermarkt-Kasse

Und auf dem Müllwagen, spricht man da über Politik?

Also, die Mitarbeiter der Stadtreinigung fanden die Aktion richtig super. Die sahen das als Zeichen der Anerkennung.

Machen Sie denn die vollen Acht-Stunden-Schichten mit?

Manchmal besteht der Praktikumstag auch daraus, dass ich in den Betrieben mit anpacke und anschließend Gespräche mit Mitarbeitern führe. Wenn ich einen ganzen Tag an der Supermarktkasse gesessen hätte, hätte ich für lange Schlangen gesorgt, da fehlt mir einfach die Erfahrung.

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