Arne Kaiser vor seinem Volvo C303. Der 49-Jährige freut sich regelmäßig über positive Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer.
  • Arne Kaiser vor seinem Volvo C303. Der 49-Jährige freut sich regelmäßig über positive Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer.
  • Foto: Florian Quandt

Uriger Geländewagen: „Carl-Gustaf“ ist einfach unverwüstlich

Carl-Gustaf – das ist der Name des schwedischen Königs. Und genau so hat der Hamburger Arne Kaiser seinen Volvo getauft. Der Wagen ist ein ziemlich spezielles Exemplar: hochbeinig, extrem geländegängig und in der Hansestadt vermutlich einmalig.

Der 49-jährige IT-Experte hat in den 90er Jahren ziemlich viele Semester Geologie studiert und sich damals einen Traum erfüllt. Mit einem DDR-Laster (ifa W50) der Nationalen Volksarmee durch Island cruisen. Hat Spaß gemacht, der Wagen war auch geländegängig, aber doch etwas unhandlich. Und bei dieser Tour hat Kaiser sie auf der Insel gesehen – urige Volvo C303. Diese kastenförmigen Teile sind dort sehr beliebt und irgendwie eine Mischung aus Jeep und kleinem Truppentransporter.

Volvo C303: Platz für bis zu zehn Personen

Tatsächlich finden bis zu zehn Personen Platz in dem Allradler. Der wird von einem Reihen-Sechszylinder-Motor angetrieben und leistet beachtliche 113 PS. Etwa 8000 dieser Wagen sind von 1974 bis 1980 gebaut worden. In Deutschland sollen noch mehr als 50 zugelassen sein.

Nicht gerade bequem, aber praktisch: Arne Kaiser sitzt in seinem Gelände-Volvo.
Nicht gerade bequem, aber praktisch: Arne Kaiser sitzt in seinem Gelände-Volvo.

Viele Jahre später, Kaiser war längst Familienvater, musste er sich vom eigenen Haus trennen. Das hatte der IT-Experte sehr geliebt und er war eigentlich untröstlich.


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Gleichzeitig hatte er nun einiges Geld auf dem Konto – und dann stand er da am Straßenrand in Eckernförde: der hochbeinige Volvo, zum Kauf angeboten. 2018 war das, und Kaiser tröstete sich über den Verlust des Hauses mit dem Kauf des Military-Volvos, Baujahr 1976, hinweg.

Minimalistisch: das Armaturenbrett des Volvo mit schwedischer Beschriftung.
Minimalistisch: das Armaturenbrett des Volvo mit schwedischer Beschriftung.

Seitdem hält die Liebe zu „Carl-Gustaf“, und Arne Kaiser nutzt ihn ausgiebig. So ist er damit schon in Dänemark über den Strand gebrettert oder auch mal an einem Tag 500 Kilometer von der polnischen Grenze nach Hamburg gefahren und das meist über Landstraßen. So richtig Autobahn-tauglich ist der Volvo nämlich nicht, mehr als 100 Stundenkilometer sind nicht drin.

Volvo-Fahrer aus Hamburg: Traum von Mongolei-Reise

Aber für die BAB wurde der C303 auch nicht konstruiert, sondern für unwegsame Pfade in schwedischer Wildnis. Der 4,35 Meter lange Volvo kommt mit einer Bodenfreiheit von 38 Zentimetern überall durch. Sehr robust ist auch der Motor, der aktuell leider zu viel Öl „säuft“. Doch das wird schnell behoben sein, meint Kaiser, der jetzt noch einen großen Traum hat: Er will mit seinen beiden Söhnen (7 und 9) im Volvo durch die Mongolei.

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