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Café Seeterrassen: Streit um Neubau geht weiter – Äußerung schreckt auf

In den Streit um den Abriss des Café Seeterrassen hat sich jetzt auch die Hamburger Architektenkammer eingeschaltet. Denn wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Bucerius Law School Interesse an einer Nutzung des geplanten Neubaus. Ihre Forderung: „Keine Privatisierung eines öffentlichen Ortes durch die Hintertür.“

Bisher hatte sich die Architektenkammer nicht zum Streit um das Café aus den 50er Jahren eingeschaltet. Doch eine Äußerung von Michael Göring, Vorstand der „Zeit“-Stiftung, schreckte sie nun offenbar doch auf. Göring sagte im „Hamburger Abendblatt“, dass Räume in einem Neubau an dem Standort ideal wären, um dort Seminare und Veranstaltungen der Hochschule durchzuführen. Man habe bereits erste Gespräche mit der Messe geführt.

Architektenkammer Hamburg schaltet sich ein

Karin Loosen,  die Präsidentin der Architektenkammer sagt dazu: „Es ist legitim, dass eine private Institution Interesse daran hat, sich Räume an einem tollen Ort zu sichern. Es kann jedoch nicht sein, dass ein städtisches Unternehmen, die Hamburg Messe und Congress GmbH, hinter verschlossenen Türen darüber verhandelt mit dem möglichen Ergebnis, dass durch eine private Nutzung den Bürgerinnen und Bürgern ein eminent öffentlicher Ort entzogen wird.“

Café Seeterrassen in Planten un Blomen nicht privatisieren

Das Café Seeterrassen habe immer zur Gänze allen Hamburgern und ihren Gästen offengestanden. Dabei müsse es bleiben. „Eine Quasi-Privatisierung ist nicht akzeptabel.“

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Die Architektenkammer kritisiert vor allem, dass die bisherigen Planungen zum Abriss an den demokratischen Instanzen vorbei erfolgten. Dem Augenschein nach seien bislang weder die Bürger noch das Bezirksparlament oder die Ausschüsse über dieses Vorhaben informiert worden.

Hamburg: Es fehlt an Transparenz und Beteiligung

Präsidentin Karin Loosen: „Wie schon bei der Sternbrücke muss man auch in diesem Falle einen eklatanten Mangel an Transparenz und Beteiligung beklagen. Wir fordern eine sofortige Befassung der entsprechenden Institutionen und Gremien.“

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Dafür müssten alle Fakten auf den Tisch, unter anderem die genauen Planungen der Messe und Congress GmbH für den Standort Café Seeterrassen und das vom Messe-Chef Aufderheide als Begründung ins Feld geführte Gutachten über den Zustand des Café Seeterrassen, dessen Veröffentlichung er bislang schuldig blieb. „Weitreichende Eingriffe in das öffentliche Gut dürfen nur erfolgen, wenn sie demokratisch legitimiert werden.“ (san)

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