Hafenkräne in Hamburg
  • Ein Containerschiff liegt am Terminal Tollerort. Die HHLA führt derzeit Gespräche mit Eurogate über eine mögliche Fusion.
  • Foto: (c) dpa

Brief an den Bürgermeister: Kühne fordert Fusion der Häfen!

Schluss mit der Konkurrenz! Der Milliardär Klaus-Michael Kühne hat die beiden Häfen in Hamburg und Bremen aufgefordert, ihre Rivalität endgültig zu begraben. In einem Brief sowohl an den Hamburger als auch den Bremer Senat regt der Mehrheitseigner des Speditionsunternehmens Kühne + Nagel an, die Häfen künftig gemeinsam zu betreiben.

Der Druck auf Hamburg und Bremen ist groß. Seit Jahren verlieren die deutschen Terminals für Großcontainerschiffe Ladung an Rotterdam und Antwerpen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, wird seit vielen Monaten über eine Fusion der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mit dem Bremer Terminalbetreiber Eurogate nachgedacht. Doch ob es jemals dazu kommt? Die Gespräche dazu sind ins Stocken geraten.

Milliardär Kühne will Kooperation der Häfen Hamburg und Bremerhaven

Jetzt mahnt Logistik-Schwergewicht Klaus-Michael Kühne zur Eile. In einem Schreiben an die Bürgermeister Peter Tschentscher und Andreas Bovenschulte sowie an die Wirtschaftssenatoren der beiden Hansestädte erklärt der 84-Jährige, es sei Zeit, sich zusammenzuraufen und die schleppend verlaufenden Gespräche voranzutreiben. Nach Kühnes Überzeugung werden die großen Containerschiffe künftig vor allem direkt an der Küste abgefertigt. Das würde den Wettbewerbsdruck auf Hamburg und Bremerhaven nur noch mehr erhöhen.

Klaus-Michael Kühne
Milliardär Klaus-Michael Kühne (84) hat dem Hamburger und dem Bremer Senat einen Brief geschrieben.

Wie die Deutsche Verkehrs-Zeitung (DVZ) berichtet, schlägt Kühne deshalb die Gründung eines gemeinsamen Hafenunternehmens vor. Er selbst sei bereit, eine solche Kooperation finanziell zu unterstützen. Wie viel Geld der Milliardär für das gemeinsame Unternehmen bereit stellen würde, wollte er auf MOPO-Anfrage nicht preisgeben. „Wir müssen erstmal abwarten, wie sich die Gespräche mit den beiden Städten entwickeln“, so eine Sprecherin.

Verantwortliche in Hamburg und Bremen signalisieren Gesprächsbereitschaft

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde bestätigte den Eingang des Schreibens: „Uns liegt ein Brief von Herrn Kühne mit der Bitte über die Zukunft der deutschen Häfen zu sprechen vor. Wir gehen gern mit ihm darüber in einen Austausch. Der Senat ist immer gesprächsbereit“, so eine Sprecherin zur MOPO.

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Noch konkreter äußerte sich Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling, die gegenüber Radio Bremen Fernsehen erklärte, sie habe dem Hamburger Unternehmer Kühne Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Senatskanzlei sei gerade dabei, einen Termin abzustimmen. Laut DVZ sieht Kühne auf der Bremer Seite einen höheren Willen zur Einigung als auf der Hamburger Seite.

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