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Branchen, Alter, Bezirke: Wen Corona-Arbeitslosigkeit in Hamburg trifft – und wen nicht

Gute Nachrichten im Teil-Lockdown: Trotz geschlossenen Gastronomiebetrieben und Kultureinrichtungen erholt sich der Hamburger Arbeitsmarkt. Bereits den vierten Monat in Folge sinkt die Zahl der Arbeitslosen – wenn auch nur in kleinen Schritten. Die Agentur für Arbeit gibt Auskunft, wer in Hamburg besonders von Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Nachdem schon im August, September und Oktober die Zahl der Arbeitslosen in der Hansestadt gesunken ist, verzeichnete die Hamburger Agentur für Arbeit auch im November einen leichten Rückgang.

Unklar ist jedoch, wie sich die seit Montag geltenden neuen Corona-Regeln auf den Arbeitsmarkt im Dezember auswirken. Unter anderem wurden die Kontaktbeschränkungen verschärft, die Kundenfrequenz in großen Geschäften reduziert und Weihnachtsmärkte abgesagt.

Branche, Alter, Bezirke : Wen die Corona-Arbeitslosigkeit in Hamburg trifft – und wen nicht

„Im November waren 82.969 Hamburgerinnen und Hamburger arbeitslos gemeldet, das waren 1162 oder 1,4 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat“, erklärte der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, Sönke Fock, am Dienstag. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liege die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 19.095 oder 29,9 Prozent über dem damaligen Wert.

Die Arbeitslosenquote sank von Oktober zu November um 0,1 Punkte auf 7,7 Prozent, liegt aber 1,7 Punkte über der Quote vom November 2019. Im Juli war die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg erstmals seit 15 Jahren auf mehr als 90.000 gestiegen.

Arbeitslosigkeit sinkt bei jungen Hamburgern und Ausländern

Die Arbeitslosigkeit habe sich aber unterschiedlich entwickelt. „So nimmt die Betroffenheit bei den jungen Leuten unter 25 Jahre merklich um 338 oder 4,8 Prozent ab, auch bei den ausländischen Arbeitslosen sinkt die Arbeitslosigkeit um 532 oder 1,8 Prozent“, erklärte Fock.

Einen gegenläufigen Trend gebe es bei den Langzeitarbeitslosen. Deren Zahl stieg im Vergleich zum Vormonat um zwei Prozent und im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 44,4 Prozent.

In diesen Bezirken ist die Arbeitslosigkeit besonders hoch oder niedrig

Laut Bundesagentur für Arbeit sinkt die Arbeitslosigkeit in allen Hamburger Bezirken im Vergleich zum Vormonat zwischen 2,6 Prozent (in Hamburg-Nord) und 0,4 Prozent (in Wandsbek). Im Jahresvergleich würde die Arbeitslosigkeit allerdings in jedem Bezirk deutlich ansteigen: Im Wandsbek mit 4757 oder 35,8 Prozent auf 18.062 Arbeitslose am höchsten.

In Harburg klettere die Erwerbslosigkeit um 2010 oder 29,3 Prozent auf 8871 Personen. In Bergedorf stiege die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 26,6 Prozent (+1.241) auf 5912. Eimsbüttel würde mit 6,0 Prozent nach wie vor die niedrigste Arbeitslosenquote aufweisen. Auf ganz Hamburg bezogen liegt die Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent.

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Nach Angaben der Arbeitsagentur waren in Hamburg im September 1.010.000 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das seien 3900 oder 0,4 Prozent mehr als im August, aber 3800 oder 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Während etwa im öffentlichen Dienst, im Bereich Information und Kommunikation oder im Gesundheitswesen mehr Jobs zu verzeichnen seien, gebe es bei der Arbeitnehmerüberlassung, dem Gastgewerbe und den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen ein teils deutliches Minus.

Arbeitsagentur: Weniger Kurzarbeit und mehr Stellenangebote

Nach jüngsten Daten der Arbeitsagentur haben von April bis Oktober 23.696 Betriebe Kurzarbeit für 351.479 Beschäftigte angezeigt. Nach Hochrechnungen beantragten im August nur 9676 Betriebe für 105.244 Beschäftigte Kurzarbeit. Zudem sei die Kurzarbeit in sehr viel weniger Fällen eingesetzt worden als beantragt.

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Im November seien 2335 neue Stellenangebote gemeldet worden. Das seien zwar 148 oder 6,8 Prozent mehr als im Oktober, aber fast ein Viertel weniger zum Vorjahresmonat. „In der Stellenaddition des gesamten Jahres (23.452) fehlen uns 16.187 oder 41,0 Prozent, um zum Vorjahresergebnis aufschließen zu können“, erklärte Fock. Es stünden 9831 offene Stellen zur Verfügung, 5190 weniger als vor einem Jahr. (dpa) 

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