Feuerwehrleute räumen Teile eines bei einem Gewitter auf die Straße gefallenen Baumes beiseite.
  • Mehrere Bäume stürzten in Hamburg und Umgebung auf die Straßen.
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Gewitter zieht über Hamburg: Blitzeinschläge und Bahn-Chaos

Blitzeinschläge, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer: Am Donnerstagnachmittag krachte es ordentlich, als ein Sommergewitter über Hamburg zog. In Heimfeld schlug ein Blitz dabei in den Dachfirst eines Mehrfamilienhauses ein. Und auch im Bahnverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen.

Die Anwohner in der Straße Milchgrund bemerkten um kurz nach 18 Uhr einen lauten Knall und kurz danach schon den Brandgeruch. Ein Nachbar, der den Rauch aus dem Mehrfamilienhaus steigen sah, alarmierte sofort die Feuerwehr.

Unwetter: Blitzeinschläge in Heimfeld und Ellerbek

Um an die Glutnester zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte die Dachziegel entfernen. Verletzt worden sei nach ersten Erkenntnissen niemand, sagte eine Sprecherin des polizeilichen Lagedienstes zur MOPO. Das Feuer sei unter Kontrolle, sodass es nicht weiter ausbreiten könne. Die Feuerwehr sei aber voraussichtlich noch mehrere Stunden im Einsatz. „Nach ersten Prognosen ist das Haus nicht mehr bewohnbar“, so die Sprecherin.

Am frühen Donnerstagabend krachte ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus in Heimfeld.
Am frühen Donnerstagabend krachte ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus in Heimfeld.

Einen weiteren Blitzeinschlag gab es in Ellerbek (Kreis Pinneberg), der einen Kellerbrand verursachte. Ein Restaurant in einem angrenzenden Gebäude sei vorsichtshalber evakuiert worden, sagte eine Polizeisprecherin. Auch hier seien keine Menschen zu Schaden gekommen.

Wegen des starken Regenfalls ist ein Sattelschlepper auf der A1 im Buchholzer Dreieck von der Fahrbahn abgekommen. Der Lkw durchbrach eine Leitplanke und blieb im Seitengraben stehen. Die Autobahn musste an der Stelle auf eine Fahrspur verengt werden – ein Rückstau bildete sich.

Bahn: Verspätungen und Ausfälle zwischen Hamburg und Bremen

In Bergedorf wurde ein Bauzaun von einer Sturmböe umgerissen. Die Bahn hatte währenddessen mit Bäumen zu kämpfen. Die Linie S21 war zwischen Wohltorf und Bergedorf gegen 18.45 Uhr für etwa eineinhalb Stunden gesperrt.

Und auch auf den Bahnstrecken zwischen Hamburg und Bremen bzw. Hannover kam es zu Verspätungen und Ausfällen. Bei Buchholz waren Äste auf die Oberleitung geweht worden. Mehrere Metronom- und IC-Züge der Bahn fielen aus oder hatten erhebliche Verspätung. Erst am Freitagmorgen konnte die Bahn Entwarnung geben. „Die Beeinträchtigungen sind vorbei, der Fernverkehr rollt heute wieder normal. Etwa seit Betriebsbeginn ist wieder alles frei“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Vereinzelte Züge des Metronoms waren dagegen auch am frühen Morgen noch ausgefallen, wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte. Nach sechs Uhr fuhren auch sie wieder langsam an, zum Teil mit leichten Verspätungen.

Am Bahnhof Tostedt stauen sich die Züge. Auf der Strecke Hamburg-Bremen waren zuvor Äste auf die Oberleitung gefallen.
Am Bahnhof Tostedt stauen sich die Züge. Auf der Strecke Hamburg-Bremen waren zuvor Äste auf die Oberleitung gefallen.

Im Bereich Ostholstein, Lauenburg und Stormarn sei es ebenfalls zu zahlreichen Einsätzen gekommen, sagte ein Sprecher der Leitstelle Süd in Lübeck. Einzelheiten konnte er zunächst nicht nennen; es habe sich um umgestürzte Bäume und Sturmschäden mit abgedeckten Dächern gehandelt.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Hamburg nach Temperaturen von tagsüber über 30 Grad am frühen Abend vor heftigen Gewittern, schweren Sturmböen und Starkregen gewarnt – die Unwetterwarnung aber bereits nach einer halben Stunde wieder aufgehoben. (aba/dpa)

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