• Ralf Martin Meyer, Polizeipräsident Hamburg: „Man kann von Tohuwabohu sprechen.“
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Bilanz der Corona-Razzia: Polizeichef über Shisha-Gäste: „Durchgehend uneinsichtig“

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer zog am Samstagnachmittag Bilanz der Corona-Razzia in der vergangenen Nacht. Die Kontrollen fanden in ganz Hamburg statt, die massivsten Verstöße stellten die Beamten allerdings in Billstedter Shisha-Bars fest.

„Man kann von Tohuwabohu sprechen“, so Meyer über die Nicht-Einhaltung der Corona-Regeln in den kontrollierten Shisha-Bars. Zu den „erheblichen Mängeln“ zählten etwa die Kontaktlisten der Gäste: „Darin standen die Namen von Nicht-Anwesenden, während die Anwesenden nicht eingetragen waren.“ 

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Polizist mit Gästen: In den Shisha-Bars herrschte kein Verständnis für die Corona-Razzia

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Roeer

Zwei Personen hielten sich illegal in Deutschland auf, einer der kontrollierten Männer wurde per Haftbefehl gesucht. Bei zwei „verantwortlichen“ Personen wurden falsche Papiere entdeckt.

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Bei allen drei kontrollierten Bars war die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Luft zu hoch. Das hochgiftige Gas wird durch die glühenden Kohlen der Wasserpfeifen erzeugt. Absauganlagen und Warngeräte sollen die Gäste schützen. Eigentlich.

Meyer: „In einer Bar wurde der Kohlenmonoxid-Warner bewusst demontiert.“ Diese Bar, in der auch der vom Brandschutz vorgeschriebene Fluchtweg mutwillig versperrt war, wurde von der Polizei geschlossen. In den beiden anderen wurde das Shisha-Rauchen verboten. 

Hamburgs Polizeichef über Shisha-Bars: „Durchgehend uneinsichtig“

„Gäste und Betreiber zeigten sich durchgehend uneinsichtig°, so der Polizeichef, „es gibt keinerlei Akzeptanz für die Corona-Maßnahmen.“

Das sei in anderen Stadtteilen nicht so gewesen. Auch auf dem Kiez und der Schanze, sowie in Ottensen und am Mühlenkamp (Winterhude) wurden bei Konntrollen „Nachlässigkeiten“ festgestellt, aber in geringerem Umfang.

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Beamte von Zoll und Polizei bei einer Kontrolle in Billstedt.

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Marius Roeer

Insgesamt überprüften 250 Polizeikräfte und zusätzlich rund 50 Mitarbeiter der Bezirke und des Zolls stadtweit 355 gastronomische Betriebe, von denen 314 alle Corona-Regel einhielten.

Hamburg: So lief die Corona-Razzia

In 42 Betrieben (Kneipen, Bars, Kioske) wurden insgesamt 94 Verstöße festgestellt, die ein Bußgeld nach sich ziehen. So wurden etwa durch Testkäufe fünf Kioske dabei erwischt, dass sie trotz Verbotes Alkohol außer Haus verkauften. Vier davon auf St. Pauli.

Die sieben Kiez-Betriebe, die am vergangenen Wochenende wegen massiver Verstöße von den Kontrolleuren dicht gemacht wurden, hielten sich an das Verbot.

Hamburg: 94 Verstöße gegen Corona-Regeln

In Einzelfällen trugen Mitarbeiter keine Maske, die Tische standen zu dicht oder die Kontaktlisten wurden nicht vorschriftsmäßig geführt. In Ottensen hatten sich zeitweise bis zu 100 Menschen zum „Cornern“ am Alma-Wartenberg-Platz versammelt, hielten aber ausreichend Abstand voneinander. Meyer lobte die „große Akzeptanz der Maßnahmen“, die die allermeisten Gäste und Betreiber selbst an den Party-Hotspots gezeigt hätten.

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