• Foto: picture alliance / Martin Schutt

Betrugsverdacht!: Hamburger Kripo-Beamter muss Dienstausweis abgeben

Bereits seit Jahren ermittelt Hamburgs Staatsanwaltschaft gegen den früheren Vorsitzen den des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) André Schulz. Ihm wird Betrug vorgeworfen – nun darf er nicht einmal mehr die Diensträume der Polizei betreten. 

„Er musste zudem seinen Dienstausweis abgeben. Das ist ein vorläufiges Verbot des Führens der Dienstgeschäfte“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag und bestätigte einen Bericht des „Spiegel“.

Auch dürfe er keine Dienstwaffe mehr führen. Zudem müsse er sich einmal im Monat bei der Personalabteilung melden, so der Sprecher weiter zu den Ende Mai verfügten Maßnahmen.

Man warte den Ausgang eines Strafverfahrens ab, bis dahin sei ein Disziplinarverfahren ausgesetzt. Suspendiert sei Schulz allerdings nicht: „Das wäre ein weiterer Schritt vom Personalamt der Stadt.“

Hamburg: Ex-BDK-Chef von Staatsanwaltschaft angeklagt

Hintergrund: Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte Schulz im März wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall angeklagt. Schulz soll nach seiner Wahl zum BDK-Vorsitzenden Ende 2013 eine Verringerung seiner Arbeitszeit von 40 auf 20 Wochenstunden bei entsprechender Halbierung seines Gehalts beantragt haben. Tatsächlich habe er aber die ihm zum 1. Januar 2014 zugewiesene Stelle im Fachstab des Landeskriminalamts nicht angetreten und auch nicht anderweitig für die Polizei Hamburg gearbeitet.

André Schulz bereits 2018 von BDK-Amt zurückgetreten

Die Folge: Bis zum 28. Februar 2017 seien ihm Nettobezüge in Höhe von 75.177,28 Euro zu Unrecht überwiesen worden, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hatte daraufhin entschieden, diese Praxis umgehend zu beenden. Neben Schulz wurde außerdem seine ehemalige Dienstvorgesetzte im Landeskriminalamt Hamburg wegen Beihilfe durch Unterlassen angeklagt.

Im Mai 2018 war Schulz von seinem Amt zurückgetreten. In einer Stellungnahme hatte er die Vorwürfe als haltlos bezeichnet. Der Erste Kriminalhauptkommissar war zuletzt an der Polizeiakademie der Hansestadt beschäftigt. (dpa/lmr)

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