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Betrug bei Corona-Soforthilfen: Schon 80 Verdachtsfälle in Hamburg

Die bereitgestellten Corona-Soforthilfen sollten dazu beitragen, betroffenen Menschen in der Krise möglichst schnell zu helfen. Nun werden immer mehr Betrugsfälle bei der Antragstellung bekannt, allein in Hamburg wurden bereits über 80 Verdachtsfälle gemeldet.

Durch die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung von Hilfsgeldern in der Corona-Zeit konnte bereits vielen Menschen geholfen werden. Doch gibt es auch vermehrt Beispiele von Betrügern, die Gelder abgreifen, die ihnen nicht zustehen.

Eine genaue Zahl von bestätigten Betrugsfällen gibt es nicht, weil die Ermittlungen vielerorts noch laufen. Die Behörden in Hamburg gehen derzeit von 80 Verdachtsfällen aus, die Zahlen in anderen Bundesländern liegen teilweise noch deutlich darüber. So meldete beispielsweise Berlin bereits rund 500 Ermittlungsverfahren, täglich kämen etwa 40 neue Verfahren hinzu berichtet die Oberstaatsanwaltschaft. Bundesweit liegt die Zahl der Betrugsverdachtsfälle bei mindestens 2200.

Schaden in Millionenhöhe

Durch die unrechtmäßigen Anträge für Corona-Hilfen entsteht ein erheblicher finanzieller Schaden. Da die Verfahren oft noch laufen ist der insgesamt entstandene Schaden schwer abzuschätzen. Die Polizei schätzt den Schaden in Niedersachsen auf etwa 300 000 Euro, in Bayern auf knapp 900 000 Euro und in Nordrhein-Westfalen auf über 227 000 Euro. Nach Angaben der Oberstaatsanwaltschaft lagen die Vermögenssicherungsmaßnahmen insgesamt bis Ende Mai zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro.

Mit Tricks greifen Betrüger die Corona-Hilfen ab

Die Betrüger bedienen sich verschiedenster Tricks, um die Corona-Soforthilfen zu bekommen. Sie beantragen Gelder für ein fremdes Unternehmen und geben die eigene Kontonummer an, oder es werden schlicht Gelder für Firmen beantragt, die gar nicht existieren. Neben falschen Angaben zur persönlichen Situation oder nicht sachgerechter Nutzung der Gelder, werden auch immer häufiger Fake-Seiten benutzt, deutschlandweit bereits in 18 Fällen.

Diese Internetseiten werden oft im Ausland gehostet und imitieren offizielle Onlineauftritte. Über Fake-Seiten oder sogenannte Phishing-Mails, gefälschte E-Mails, können die Betrüger an Daten gelangen, die sie dann für die Corona-Anträge verwenden. Nicht in allen Fällen kommt es tatsächlich zu einer Auszahlung des Geldes.

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So soll Betrug in Zukunft verhindert werden

Zur Prävention solcher Betrugsfälle werden nun bundesweit verstärkt spezielle Prüfteams eingesetzt. Die stichprobenartigen Überprüfungen der Anträge wurden ausgebaut. Außerdem wurden falsche Internetseiten publik gemacht und in den sozialen Medien wird vor den Maschen der Betrüger gewarnt. Im kommenden Jahr kann die Finanzverwaltung auch prüfen, ob die Soforthilfen korrekt angegeben und rechtmäßig beantragt wurden. Die Strafen für einen solchen Betrug hängen von der genauen Straftat ab. Unter den Vergehen sind unter anderem Geldwäsche, Subventionsbetrug und Fälschung von Daten. Es drohen Geldstrafen und in besonders schweren Fällen sogar Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren. (dpa/HB)

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