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Macht das Leben von Senioren bunter: Mitra Kassai von „Oll Inklusiv“
  • Macht das Leben von Senioren bunter: Mitra Kassai (51) von „Oll Inklusiv“
  • Foto: Florian Quandt

Rockende Senioren, Nachwuchs im Naturparadies und 20.000 Sterne

Im Rahmen der MOPO- und Haspa-Aktion „Die Bessermacher“ wurden in diesem Jahr zwölf Initiativen vorgestellt. Die Projekte bekommen finanzielle Hilfe und langfristige Unterstützung. Im „Bessermacher-Recall“ zeigen wir, wie es mit den Vereinen und Initiativen vorangegangen ist.

Partytime: Ein bunter Nachmittag mit Tanz im Uwe im Klubhaus St. Pauli / Jonas Krantz/hfr
Partytime: Ein bunter Nachmittag mit Tanz im Uwe im Klubhaus St. Pauli
Partytime: Ein bunter Nachmittag mit Tanz im Uwe im Klubhaus St. Pauli

Tanznachmittage in Clubs auf dem Kiez, Konzertbesuche, Lesungen, Rikscha-Touren. Die gemeinnützige Initiative „Oll Inklusiv“ mischt die Welt von „Senioren und Senioritas“ ab 60 Jahren auf. Der Bedarf ist riesig. Alleine in den vergangenen Monaten sind etwa 1500 Interessierte hinzugekommen.

Mittlerweile sind rund 6500 Senioren und Senioritas Teil der Gemeinschaft. Manche nutzen nur die App, in der es reichlich Input zum Thema „positives Altern“ und einen Chat gibt, über den sich die User austauschen und verabreden können. Andere besuchen die kostenlosen Angebote. Regelmäßig wird „Die Halbpension“ veranstaltet. Ein bunter Sonntagnachmittag in Clubs wie dem „Uwe“ oder „Kent“. Beim „Halbpension Ausflug“ geht es unter anderem auf Konzerte, ins Theater oder zu Lesungen.

Zuletzt besuchten die Senioren und Senioritas Stefanie Hempels „Beatles Show“ im St. Pauli Theater. Finanziert wurde der Ausflug von der Haspa. Genauso wie die Inspektion und die Garagenmiete für die Rikschas, mit denen 20 Ehrenamtliche die Senior:innen kostenlos durch die Stadt kutschieren.

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Es wird einiges geboten. Auch neue Formate wie „Soundhealing“, ein Entspannungskurs mit Klangschalen, im Teehaus in „Planten un Blomen“ sind dazugekommen. Jedoch sind die Kapazitäten der Ehrenamtlichen langsam erschöpft. „Wir freuen uns natürlich, dass das Projekt in den vergangenen Monaten so sehr gewachsen ist, können das aber nicht immer in unserer Freizeit leisten. Soziale Arbeit muss auch honoriert werden“, sagt Mitra Kassai (51), Gründerin der gemeinnützigen Initiative. Sie hofft, dass sich Spender finden, die zwei Planstellen finanzieren.

Zumal in den vergangenen Wochen eine neue Aufgabe hinzugekommen ist. Es gab etliche Anfragen von Senior:innen, die Hilfe beim Einkaufen benötigen. Manche, weil sie es schlicht nicht schaffen. Andere, weil ihnen das Geld fehlt. „Aber darüber sprechen wir nicht. Zu groß ist die Scham vor der Altersarmut.“ Für Mitra und ihr Team sind die Hintergründe auch völlig egal. Die Menschen brauchen Hilfe. Also bekommen sie Hilfe. Da die Spendenbereitschaft in den vergangenen Monaten abgenommen hat, freut sich die Initiative über finanzielle Unterstützung. Mehr Infos unter www.oll-inklusiv.de/spenden

Tierischer Nachwuchs im „Entdeckergarten“

Vereinsmitglied Peter Schultes (56) mit Hühnern und Gänsen im Rellinger Entdeckergarten Florian Quandt
Peter Schultes steht mit einem Huhn auf dem Arm im Entdeckergarten
Vereinsmitglied Peter Schultes (56) mit Hühnern und Gänsen im Rellinger Entdeckergarten

Inmitten von Baumschulen liegt das kleine Natur-Paradies des Vereins „Umwelthaus Pinneberg“. Hier erleben Kinder und Erwachsene Natur und artgerechte Tierhaltung. Mehr als 1000 Schüler und dutzende andere Kindergruppen haben den „Entdeckergarten“ in Rellingen (Kreis Pinneberg) in diesem Jahr bereits besucht.

Etwa 100 Freiwillige engagieren sich in den zahlreichen Projekten. Für Kitas und Schulen bietet Jens Clausen, Umweltpädagoge des Vereins, Kurse an. Um noch mehr Kinder erreichen und für die Natur begeistern zu können, wurde nun das Projekt „Umwelthaus unterwegs“ gestartet, bei dem der Umweltpädagoge die Angebote extern anbietet – wie den Garten-Kurs an einer Rellinger Gemeinschaftsschule.

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Besonders angesagt bei Kindern, die den „Entdeckergarten“ besuchen, sind die Tiere. Hühner, Enten, Wachteln, Gänse und Kaninchen leben auf dem Gelände. Um für Nachwuchs sorgen zu können, hat die Haspa dem Verein unter anderem ein professionelles Brutgerät finanziert. „Wir haben es bereits getestet und zwei Enten erbrütet“, sagt Peter Schultes (56). Nächste Saison sollen Hühner, Gänse, Enten und Wachteln folgen.

„Ideen im Team“ plant Weltrekord mit 20.000 Alu-Sternen

Faruk Süren (52) mit seinen Töchtern Aliya (17) und Aylin (15,r.). Mit Sternen aus Aludeckeln wollen sie auf der Michaelisbrücke einen neuen Weltrekord aufstellen. Privat.
Faruk Süren und seine Töchter halten selbstgebastelte Sterne auf der Michaelisbrücke in der Hand.
Faruk Süren (52) mit seinen Töchtern Aliya (17) und Aylin (15,r.). Mit Sternen aus Aludeckeln wollen sie auf der Michaelisbrücke einen neuen Weltrekord aufstellen.

Faruk Süren (52) ist im Stress. Jeden Abend bastelt er nach der Arbeit mit seiner Familie kleine Sterne aus Aludeckeln von Plastikbechern und befestigt sie an Bändern. Denn seine Privatinitiative „Ideen im Team“ will einen neuen Weltrekord mit Sternenketten aufstellen. Und damit Gutes tun.

Den weltweit größten Weihnachtsbaum aus Konservendosen, die größte Corona-Maske: „Ideen im Team“ hat schon so einige Weltrekorde aufgestellt. Das Ziel: Initiator Faruk Süren und seine Mitstreiter wollen Menschen zusammenbringen, die gemeinsam etwas für andere schaffen. Dieses Mal sollen es 20.000 Sterne werden, die die Initiative mit Schulkindern am 19. Dezember an der Michaelisbrücke in der City aufhängen und sie so in eine „Sternenbrücke“ verwandeln will. Das wäre ein Weltrekord. Doch bis dahin steht noch viel Arbeit an. Zwar basteln etliche Privatleute und Kinder von unterschiedlichen Schulen mit, aber bisher fehlen noch etwa 6000 Sterne. Drei Cent pro Stern wird die Initiative an das Kinderhospiz Sternenbrücke spenden. Faruk Süren ist guter Dinge, dass zur Aktion noch selbstgebastelte Sterne aus Aludeckeln mitgebracht werden – und der Weltrekord mal wieder gelingt.

Immer mehr Menschen suchen Hilfe im MHC

Als Geschäftsführer des MHC macht sich Marcus France (36) stark für Toleranz und Akzeptanz. Florian Quandt
Marcus France (36) steht vor dem MHC
Als Geschäftsführer des MHC macht sich Marcus France (36) stark für Toleranz und Akzeptanz.

Immer mehr Menschen suchen Hilfe im „Magnus-Hirschfeld-Centrums“ am Borgweg (Winterhude). Insbesondere Transmenschen und Geflüchtete. Für sie ist das MHC ein Ort der Toleranz und Akzeptanz. An dem sie endlich so sein können, wie sie sind.

Normalerweise hat das Anfang der 80er Jahre gegründete Begegnungszentrum etwa 2300 Klienten in der Beratungsstelle, in der es ein eigenes Angebot für queere Flüchtlinge gibt, Jugendarbeit oder bei der Elternberatung. In den vergangenen Monaten kamen Dutzende Menschen hinzu. „Warum es so viele sind, können wir nicht sagen. Sie haben Ausgrenzung erfahren, wollen sich Outen oder Gleichgesinnte treffen“, sagt Marcus France (36). Seit acht Jahren ist er hauptamtlicher Geschäftsführer. Einer von 21 Festangestellten, alle Geringverdiener oder in Teilzeit. Unterstützt werden sie von etwa 60 Ehrenamtlichen.

Der Geschäftsführer ist froh, den Menschen Hilfe anbieten zu können. Zumal zwei Beratungsräume und vier Büros durch die finanzielle Unterstützung der Haspa kürzlich fertig renoviert wurden. „Endlich ist der alte Teppich raus. So macht das Arbeiten gleich viel mehr Spaß“, sagt der Geschäftsführer.

Lesen Sie hier über noch mehr tolle Aktionen von Bessermacher:innen in Hamburg.

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