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Vanessa Haloui (42), Gründerin des Vereins Looki, mit zwei Ziegen.
  • Vanessa Haloui (42), Gründerin der Bergedorfer Wildtierstation, mit den Nigerianischen Zwergziegen Susi (gefleckt) und Strolch.
  • Foto: Florian Quandt

„Die Bessermacher“: So ist es mit den Initiativen vorangegangen

Im Rahmen der MOPO- und Haspa-Aktion „Die Bessermacher“ wurden in diesem Jahr zwölf Initiativen vorgestellt. Die Projekte bekommen finanzielle Hilfe und langfristige Unterstützung. Im „Bessermacher-Recall“ zeigen wir, wie es mit den Vereinen und Privatinitiativen vorangegangen ist.

Nach Krise: Es geht bergauf mit der Wildtierstation „Looki“

Ein Waschbär, der in der Wildtierstation sein neues Zuhause gefunden hat. Florian Quandt
Ein Waschbär bei der Fütterung, der in der Wildtierstation sein neues Zuhause gefunden hat.
Ein Waschbär, der in der Wildtierstation sein neues Zuhause gefunden hat.

Aufatmen bei „Looki“. Noch vor einem knappen halben Jahr stand es schlecht um die Bergedorfer Wildtierstation am Pollhof. Immer weniger Spenden, immer höhere Tierarztkosten und Futterpreise. Gründerin Vanessa Haloui (42) befürchtete das Aus. Doch nun geht es wieder bergauf.

Igel, Waschbären, Tauben, Eichhörnchen, Nutrias: Tausende kranke und verletzte Wildtiere haben Vanessa Haloui und ihre etwa 40 ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen 13 Jahren bereits aufgepäppelt. Harte Arbeit, die die Frau und ihr Team zwar erfüllt, aber auch reichlich Sorgen mit sich bringt. Allein 500 Euro für Futter müssen jeden Monat aufgebracht werden, um die momentan 600 Tiere in der Wildtierstation und auf dem dazugehörigen Gnadenhof für ausrangierte Nutztiere versorgen zu können. „Besonders die Schafe und Waschbären haben ständig Hunger“, sagt die Gründerin schmunzelnd.

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Vanessa Haloui ist dankbar. Durch die finanzielle Hilfe der Haspa konnte sie das gesamte Tierfutter für fünf Monate kaufen. Zudem hat der Verein mehrfach Unterstützung von Firmen bekommen, die einen „Social Day“ in der Wildtierstation gemacht und Zäune und Gehege gebaut haben. „Das hilft uns sehr und wir hoffen, dass sich noch viele Unternehmen anmelden.“

Spenden sind in den vergangenen Monaten zwar etwas mehr als zuvor eingegangen, aber immer noch recht überschaubar. „Wir brauchen weiter finanzielle Hilfe und freuen uns über jeden Betrag“. Zumal die Wildtierstation so voll ist, dass es derzeit einen Aufnahmestopp gibt. Allein um 302 Igel kümmert sich „Looki“ momentan. Wer Interesse an einem „Social Day“ hat, kann sich per Mail an looki.tierrettung@gmail.com wenden. Mehr Infos unter www.wildtierstation-bergedorf.de

Mitternachtsbus: Die Nächte werden immer kälter, die Not immer größer

Ehrenamtliche Helfer verteilen in der Innenstadt Essen an Obdachlose. Florian Quandt
Helfer verteilen in der Innenstadt Essen an Obdachlose
Ehrenamtliche Helfer verteilen in der Innenstadt Essen an Obdachlose.

365 Nächte im Jahr sind sie da. Die engagierten Helfer vom Mitternachtsbus des „Diakonischen Werks Hamburg“. Gerade jetzt ein wichtiger Anker für die Menschen auf Hamburgs Straßen. Die Nächte werden immer kälter, die Not immer größer.

Bereits vor 27 Jahren wurde das Projekt von Landespastor Dr. Stephan Reimers gegründet. Jeden Abend ist das Team auf Tour. Etwa 30 Standorte werden von den im Wechsel arbeitenden 140 Ehrenamtlichen angefahren. Sie haben ein offenes Ohr für die Obdachlosen, verteilen Essen und Getränke, geben Kleidung, Schlafsäcken, Decken und Isomatten aus. Mehrere Hundert Schlafsäcke und Isomatten verteilt der Mitternachtsbus jedes Jahr. „Der Bedarf ist groß“, sagt Sonja Norgall (49), Projektleiterin des aus Spenden finanzierten Mitternachtsbusses mit Sitz an der Bundesstraße (Eimsbüttel). Deshalb hat die Haspa knapp 50 Winterschlafsäcke und Isomatten finanziert. Denn trotz der Kälte versorgen die Engagierten auch im Winter jede Nacht bis zu 120 obdachlose Menschen, die nicht im Winternotprogramm übernachten und dringend auf Hilfe angewiesen sind. 

Großer Wasserspielplatz für den „Baui Tegelsbarg“

Dennis Finnern (41) leitet den Bauspielplatz, der für viele Kinder ein Zufluchtsort ist. Florian Quandt
Dennis Finnern leitet den Bauspielplatz, der für viele Kinder ein Zufluchtsort ist.
Dennis Finnern (41) leitet den Bauspielplatz, der für viele Kinder ein Zufluchtsort ist.

Aus welchen Verhältnissen die Kinder stammen. Das spielt keine Rolle. „Kommt her und seid, wie ihr seid.“ Das ist das Motto des „Baui Tegelsbarg“ in Hummelsbüttel – der sich um Kinder aus sozial belasteten Familien kümmert und jetzt um eine kleine Attraktion reicher ist.

Dennis Finnern (41) ist glücklich. Monatelang hat es gedauert, aber nun ist er fertig: Der neue von der Haspa mitfinanzierte Wasserspielplatz. Dafür musste ordentlich geschuftet werden. Der Boden wurde begradigt, Platten gesetzt, eine zwölf Quadratmeter große Standkiste gebaut und verschiedene Wasserspielelemente eingebaut. Es gibt Becken zum Baggermatsch machen, Schleusen, in denen das Wasser gestaut werden kann, einen Kran und „einen Wasserhahn, der auf Knopfdruck für Spaß sorgt.“ Dennis Finnern ist sich sicher: „Der Wasserspielplatz ist ein Highlight und wird im nächsten Jahr von vielen unserer Kinder genutzt.“ Jeden Tag nach der Schule und auch sonnabends besuchen zwischen 25 und 45 Kinder ab sechs Jahren den „Baui“. Manchmal sind es sogar bis zu 70 Kinder. Ohne Anmeldung. Ohne Kosten.

In perfekter Lage: Neuer Laden für „Glücksgriff“

Ingrid Pöhland (76) in einem ihrer Läden. Sie ist Gründerin des Vereins „Glücksgriff“ in Schenefeld (Kreis Pinneberg). Florian Quandt
Ingrid Pöhland (76) in einem ihrer Läden. Sie ist Gründerin des Vereins „Glücksgriff“ in Schenefeld (Kreis Pinneberg).
Ingrid Pöhland (76) in einem ihrer Läden. Sie ist Gründerin des Vereins „Glücksgriff“ in Schenefeld (Kreis Pinneberg).

Gutes tun ist ihre Erfüllung. Normalerweise arbeitet Ingrid Pöhland mit ihren 76 Jahren mindestens 40 Stunden die Woche ehrenamtlich für „Glücksgriff e.V. – der soziale Kreislauf“ in Schenefeld (Kreis Pinneberg). Momentan ist sie noch mehr für ihren Verein im Einsatz. Denn kürzlich wurde ein neuer Laden im Stadtzentrum Schenefeld eröffnet.

Kleidung, Geschirr, Töpfe, Spielzeug, Schuhe, Bettwäsche und Handtücher werden angeboten. Etwa 60 Ehrenamtliche, die meisten von ihnen Seniorinnen, sortieren die zuvor gespendeten Waren, bereiten sie im Lager auf und verkaufen sie für kleines Geld weiter. Seit 15 Jahren in einem Laden an der Lornsenstraße. Vor acht Jahren kam ein weiteres Geschäft am Heisterweg dazu. Der Laden wird jedoch nur noch für die Spendenannahme und als Lager genutzt. Denn „Glücksgriff“ hat Anfang November eine neue, mehr als 200 Quadratmeter große Filiale im Stadtzentrum Schenefeld eröffnet. Dort wird überwiegend Kleidung angeboten, Und das kommt an: „In den ersten drei Tagen hatten wir 202 zahlende Kunden. Das gab es noch nie“, sagt Ingrid Pöhland. Sie ist glücklich. Denn mit dem Geld unterstützt der Verein nach Abzug der laufenden Kosten Schulen, Kitas, andere soziale Projekte und hilft in Notsituationen. Die Gründerin rechnet damit, in diesem Jahr mehr als 50.000 Euro spenden zu können.

Lesen Sie hier über noch mehr tolle Aktionen von Bessermacher:innen in Hamburg.

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