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  • Foto: NDR beckground TV_Martin Kaeswurm

Berührender Film: Vor einem Jahr starb Jan Fedder: Mit Ecken, Kanten und ganz viel Herz

Umzugskartons voller Fanpost, Fotografien und Filmplakate an den Wänden, in einer Ecke lehnt eine E-Gitarre an der Wand: Jan Fedders Garderobe bei Studio Hamburg wirkt so, als nähme er gleich wieder am Schminktisch Platz. „Seit Jan gestorben ist, war niemand mehr in diesem Raum, nur seine Garderobiere und ich“,  erzählt Joerg Pawlik, Herstellungsleiter der Fernsehserie „Großstadtrevier“ und bester Freund von Jan Fedder.

Vor einem Jahr, am 30. Dezember 2019, starb der beliebte Schauspieler. Reinhold Beckmann und Tom Ockers erinnern in ihrer Reportage „Jan Fedder – Was bleibt?“ an ihn, besuchten die Orte und Menschen, die Fedder besonders wichtig waren,  und lassen Freunde, Kollegen und Fans erzählen.

Ein berührendes Porträt erinnert an den beliebten Volksschauspieler 

Seinen Rückzugsort hatte sich der Publikumsliebling in Schleswig-Holstein geschaffen. In einem alten Bauernhaus in Ecklak (Kreis Steinburg) lebte er zwischen unzähligen kuriosen Sammlerobjekten, im Garten von Efeu und Blumen überwucherte Oldtimer; „ein Museum des wirklichen Lebens“ nannte er es. Und dass er „einfach mal einem Käfer zusehen will, wie der an einem Halm hochkrabbelt“, erzählt er Beckmann in einer Szene des Films.

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Maria Ketikidou und Jan Fedder in der Kulisse der ARD-Serie „Großstadtrevier“. Von 1990 bis 2019 war er dabei.

Foto:

picture alliance / dpa

Doch sein Herz gehörte St. Pauli, dem Stadtteil, in dem er aufgewachsen war und bis zu seinem Tod eine Wohnung hatte, in dem man auf dem „Jan-Fedder-Wanderweg“ den Stationen seines Lebens folgen kann und in dem eine der beliebtesten Serien des deutschen Fernsehens spielt: das „Großstadtrevier“. Von 1990 bis 2019 verkörperte Fedder den Polizisten Dirk Matthies. Weil er mit seiner Rolle so ein gutes Bild der Hamburger Polizei nach außen vermittelte, wurde er zum „Ehrenkommissar“ ernannt.

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Im wahren Leben spürte Jan Fedder, dessen Eltern eine Kneipe betrieben hatten, stets eine besondere Nähe zu den Menschen auf dem Kiez. Er war Stammgast in der „Ritze“ und bereitete dort gerne seinen berühmten Eiersalat zu – ein Schuss Gin gab ihm den besonderen Geschmack.

Es war dieses Nicht-Abgehobensein, das Kollegen und Fans an ihm schätzten. Beckmann und Ockers lassen sie vor der Kamera erzählen – und einige, etwa Maria Ketikidou und Saskia Fischer, seine Partnerinnen im „Großstadtrevier“, können die Tränen dann nicht mehr zurückhalten.

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Das Grab auf dem Ohlsdorfer Friedhof: Auf dem Stein steht „Liebe ist unsterblich“.

Foto:

NDR/beckground TV/Martin Kaeswurm

Seine Trauerfeier hatte Fedder genau geplant. Sie fand im Michel statt (dort war er getauft, konfirmiert und getraut worden und hatte im Knabenchor gesungen). Beerdigt wurde er auf dem Ohlsdorfer Friedhof; noch immer kommen Scharen von Fans an sein Grab. Fedders Witwe Marion hat extra einen Briefkasten aufstellen lassen. Auch Gudrun hat dort einen Brief eingeworfen. Sie schreibt: „Lieber Jan, es ist schwer, einen lieben Menschen zu verlieren, den man so oft in seinem Wohnzimmer zu Gast hatte.“ Und eine andere Besucherin fügt hinzu: „Er gehört zu Hamburg, und er war der letzte Volksschauspieler.“

NDR Fernsehen, 30.12., 20.15 Uhr

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