Laut Justizbehörde bieten 95 Prozent der kontrollierten Betriebe Homeoffice an (Symbolbild).
  • Laut Justizbehörde bieten 95 Prozent der kontrollierten Betriebe Homeoffice an (Symbolbild).
  • Foto: imago images/Jochen Eckel

Behördliche Kontrolle: So halten sich Hamburgs Unternehmen an die Corona-Regeln

Seit Beginn der Corona-Pandemie gehört die Arbeit von zuhause aus zum Alltag vieler Hamburger. Nun hat das Amt für Arbeitsschutz die Homeoffice-Möglichkeiten bei hunderten Betrieben in der Hansestadt überprüft – das Fazit fällt insgesamt positiv aus. Trotzdem gibt es an einigen Stellen noch Nachholbedarf: Besonders die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter sollen die Betriebe stärker im Blick behalten.

Überprüft wurden bei dieser Schwerpunktaktion 551 Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten, die einen Verwaltungsbereich haben oder überwiegend Bürotätigkeiten ausführen.

Arbeitsschutz während Corona: Hunderte Betriebe kontrolliert

Rund 80 Prozent der Betriebe kamen der Aufforderung nach und übermittelten dem Amt für Arbeitsschutz ihre Unterlagen. Die Betriebe, die dem Amt keine Rückmeldung gaben, müssen sich nun weiteren Kontrollen unterziehen.  „Mit den Arbeitsschutzkontrollen wollen wir Betriebe und Beschäftigte bei der Umsetzung unterstützen“, erklärte Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina.

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Wie die Justizbehörde mitteilte, ist bei 95 Prozent der überprüften Betriebe das Arbeiten im Homeoffice möglich. Allerdings müssen 21 Prozent die Ausweitung ihres Homeoffice-Angebots prüfen.

Homeoffice: Psychische Belastungen kaum beachtet

„Die Überprüfungen von Hamburger Betrieben finden auf Grundlage eines risikoorientierten Konzeptes statt, auf das sich die Arbeitsschutzbehörden der Länder verständigt haben. Überprüft werden die betriebliche Arbeitsschutzorganisation und stichprobenartig die Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen“, so Gallina.

Bei einem Drittel der Betriebe fehlten bei der Gefährdungsbeurteilung vor allem Angaben zur Arbeitszeit, Ergonomie, Lüftung und Unterweisung der Beschäftigten. Noch größere Lücken gab es im Bereich der psychischen Gesundheit der Angestellten. Bei etwa der Hälfte der Firmen fehlte eine Betrachtung der psychischen Belastungen. Außerdem konnte ebenfalls die Hälfte der kontrollierten Betriebe keine Konzepte zum Umgang mit besonders gefährdeten Risikogruppen vorlegen.

Corona-Kontrollen: Behörde erstellt Merkblätter

Auf Grundlage der Überprüfung hat das Amt für Arbeitsschutz nun Merkblätter erstellt, die die Betriebe bei der Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung unterstützen sollen. Dort heißt es beispielsweise, „Büroarbeiten sind nach Möglichkeit im Homeoffice auszuführen“ und „Dienstreisen und Präsenzveranstaltungen sollten auf das absolute Minimum reduziert werden“. Die Merkblätter können auf der Website des Amts für Arbeitsschutz eingesehen werden.

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Insgesamt wurden seit Pandemiebeginn in Hamburg 2200 Arbeitsschutzkontrollen durchgeführt worden. Laut Justizbehörde wurde überprüft, ob Regeln zur Einhaltung der Abstandsregeln vorhanden sind und diese auch entsprechend durchgesetzt werden. Darüber hinaus wurden die für die Eindämmung der Pandemie wichtigen Hygieneregeln, die Belüftungssituation und Einlassregeln betrachtet.

In den kommenden Tagen sollen nun auch die zuletzt kontrollierten Betriebe eine Rückmeldung vom Amt zu ihren vorgelegten Unterlagen erhalten. (hb)

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