2018: Der Stumpf einer gefällten Kastanie am Bahnhof Dammtor.
  • 2018: Der Stumpf einer gefällten Kastanie am Bahnhof Dammtor.
  • Foto: picture alliance / Christian Charisius/dpa

Gefährlicher Krankheits-Erreger: Hamburgs Kastanien sterben aus

Das große Sterben der Hamburger Bäume: In der Hansestadt wütet ein Bakterium, das für uns Menschen ungefährlich ist, es aber auf Kastanien abgesehen hat. Die sind nun vom Aussterben bedroht.

Pseudomonas syringae pv. aesculi heißt das Bakterium, dass dafür sorgt, dass die Rinde an Kastanienbäumen aufplatzt, der Stamm fleckig und das Holz mürbe wird. Die aufgeplatzte Rinde öffnet Tür und Tor für diverse Schädlinge und Pilze. Nach Recherchen der Wochenzeitung „Zeit“ ist 2007 erstmals ein solcher Kastanienbaum an der Luruper Hauptstraße (Lurup) gesichtet und untersucht worden. Die Diagnose: das Bakterium mit dem wissenschaftlichen Namen Pseudomonas syringae pv. aesculi.

Tödliches Bakterium: Hamburgs Kastanien sterben aus

Danach folgten immer mehr Kastanienbäume, die an dem Virus erkrankten und gefällt werden mussten. Laut der „Zeit“ wurden zwischen 2013 und 2020 insgesamt 784 betroffene Bäume gerodet. Momentan gibt es noch 8300 Kastanienbäume in Hamburg, Tendenz sinkend. Ein Gegenmittel oder Schutzmöglichkeiten gibt es nicht.


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Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis weitere Kastanien gefällt werden müssen. Aber woher kommt das Bakterium?
Nach Recherchen der „Zeit“ stammt es ursprünglich aus Indien, war 2002 in den Niederlanden aufgetaucht und hatte nun, fünf Jahre später, Hamburg erreicht.

Hamburg: Es werden keine neuen Kastanien gepflanzt

Gegenüber der Wochenzeitung gibt Annette Wagner vom Stadtbaummanagement der Umweltbehörde an, dass man seit 2014 keine neuen Kastanien mehr pflanze, da diese dem Bakterium ebenfalls schutzlos ausgeliefert wären. Durch welche Bäume die Kastanien ersetzt werden sollen, ist noch nicht klar. Wagner gibt an, dass bis 2074 wohl alle Hamburger Kastanien weg sein werden, es sei denn, man findet vorher noch ein Gegenmittel. (mp)

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