• Badeunfälle enden oft tödlich – unter anderem, weil es niemand der Anwesenden merkt, wenn jemand ertrinkt.
  • Foto: (c) dpa

„Passiert ganz still“: So erkennen Sie, ob jemand ertrinkt

Zahlreiche Badeunfälle haben in den vergangenen Wochen Hamburg und den Norden erschüttert. Oft endeten sie tödlich – auch weil niemand den Vorfall bemerkte. Wie erkennt man, ob jemand ertrinkt? Michael Schnatz vom Arbeiter-Samariter-Bund erklärt, wie man Notsituationen richtig einschätzen kann.

Beim aktuellen Sommer-Wetter zieht es viele Menschen an den Badesee. Was zunächst als spaßiger Ausflug geplant ist, kann jedoch schnell zum Albtraum werden. Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu tödlichen Badeunfällen, die sich mitten an rege besuchten Badeplätzen ereigneten, die aber keiner der Anwesenden zu bemerken schien. Wie kann das passieren? „Eine große Gefahr geht vom sogenannten ‚Stillen Ertrinken‘ aus – von vielen unterschätzt, nicht erkannt oder gar nicht gewusst“, sagt Michael Schnatz vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Ertrinken passiert still und unbemerkt

 „Viele Leute gehen davon aus, dass Ertrinkende wild mit den Armen wedeln, um Hilfe rufen und es somit auch nicht so schwer sein dürfte, diese auszumachen und zu retten.“ Dabei passiere das Ertrinken vielmehr still und unbemerkt. Umso wichtiger sei es, auf folgende Anzeichen zu achten: „Ertrinkenden fehlt die Kraft zum Winken, die Arme sind seitlich ausgestreckt. Die Person verharrt auf einer Stelle und der Körper steht senkrecht im Wasser oder treibt an der Oberfläche“, sagt Schnatz.

Auf dieser Grafik sehen Sie die Anzeichen für ein Stilles Ertrinken im Überblick.

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„Da oftmals die Kraft nur noch zum Atmen reicht, ringen Ertrinkende um Luft und rufen nicht um Hilfe. Der Kopf taucht immer wieder unter Wasser, die Augen sind geschlossen oder starren ins Leere.“ Sollte dies beobachtet werden, gilt es, unmittelbar die Wasserrettung zu rufen. „Wie überall gilt auch beim Schwimmen und Wassersport: Achten Sie auf Ihre Mitmenschen und gehen Sie nicht davon aus, dass eine Person in einer Notsituation laut um Hilfe ruft. Wenn mehr Menschen auch um das Phänomen des stillen Ertrinkens wissen und darauf achten, kann mit Sicherheit der eine oder andere Schwimmunfall vermieden werden“. (mp)

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