Katharina Fegebank (Grüne), Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung: Wenig Führungsfrauen in ihrer Behörde.
  • Katharina Fegebank (Grüne), Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung: Wenig Führungsfrauen in ihrer Behörde.
  • Foto: picture alliance/dpa

Ausgerechnet!: In Fegebanks Behörde sind am wenigsten Frauen in Top-Positionen

Ausgerechnet in der Behörde für Wissenschaft und Gleichstellung liegt der Anteil an Frauen in der höchsten Besoldungsstufe bei nur knapp 18 Prozent, wie aus einer CDU-Anfrage an den Senat hervorgeht. Insgesamt, so heißt es in der Antwort, liege der Anteil weiblicher Führungskräfte in der Hamburger Verwaltung aber bei inzwischen 47 Prozent.

Auffällig: Je mehr Führungspositionen es gibt, desto höher der Frauenanteil. Die relativ kleine Behörde für Wissenschaft und Gleichstellung hat nur 17 Positionen an der Spitze zu vergeben, davon sind derzeit drei von Frauen besetzt.

In der Sozialbehörde hingegen gibt es 92 Führungskräfte in der höchsten Besoldungsgruppe, davon sind 50 Frauen. 

Frauen in Top-Positionen: Mini-Quote in Behörde für Gleichstellung

„Gerade als Behörde, die für die Gleichstellung zuständig ist, können wir nicht mit der aktuellen Zahl weiblicher Führungskräfte in unserem Haus zufrieden sein“, sagte Katharina Fegebank (Grüne), Senatorin für Wissenschaft und Gleichstellung, im Abendblatt. „Da gibt es noch viel Luft nach oben. Immerhin liegen wir in der Behördenleitung mit zwei Dritteln Frauen deutlich über dem Schnitt.“

Frauenquote in Hamburger Behörden

André Trepoll (CDU), der die Anfrage gestellt hat, reicht das nicht: „Das ist ein Schwerpunkt der Grünen, bei dem sie erst einmal vor der eigenen Tür kehren sollten. Wer mit einem verfassungsrechtlich fragwürdigen Parité-Gesetz die Gleichsetzung im Parlament durchzusetzen will, muss im eigenen Zuständigkeitsbereich erst recht mit gutem Beispiel vorangehen.“

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Tatsächlich sieht es in vielen Hamburger Behörden gut aus beim Thema Gleichberechtigung in der Chefetage. Am höchsten liegt der Frauenanteil bei den Top-Jobs in der Schulbehörde mit 55 Prozent, gefolgt von der Justizbehörde (fast 50 Prozent), der Senatskanzlei (gut 44 Prozent) und der Kulturbehörde (knapp 40 Prozent).

Hamburg: So viele Frauen haben Top-Positionen

Die niedrigsten Anteile von Frauen in der obersten Einkommensklasse weisen nach der Gleichstellungsbehörde die Innenbehörde (knapp 26 Prozent), die Wirtschaftsbehörde (34 Prozent) und die Stadtentwicklungsbehörde (knapp 40 Prozent) auf.

„Die Bestrebungen des Senats um eine Ausgewogenheit der Geschlechter insbesondere bei Führungspositionen werden auch mit Blick auf die Ebene der Staatsrätinnen und Staatsräte deutlich, die mit acht Staatsrätinnen und acht Staatsräten paritätisch besetzt ist“, lobt sich der Senat in seiner Antwort.

Gleichstellung: Wenige Chefinnen in Hamburg

Die Hamburger Wirtschaft glänzt beim Thema Frauen an der Spitze indes nicht gerade: Unter den Bundesländern stellt Hamburg mit einer Frauenquote bei Führungsposten von 23,3 Prozent eines der Schlusslichter dar.

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