• Angriff vor der Synagoge in Hamburg: Die Spurensicherung am Sonntagabend am Tatort.
  • Foto: Röer

Attacke vor Hamburger Synagoge: Täter Grigoriy K. war bei der Bundeswehr

Der brutale Angriff mit einem Klappspaten auf einen jüdischen Studenten vor der Synagoge in Eimsbüttel schockiert Menschen in ganz Deutschland. Die Jüdische Gemeinde Hamburg spricht von einem „Terroranschlag“ und fordert „Taten statt Solidarität“. Der Angreifer Grigoriy K. (29) wurde in die Psychiatrie eingewiesen.

Eine Haftrichterin hat die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in eine Klinik angeordnet. Der Unterbringungsbefehl wurde wegen des Verdachtes des versuchten Mordes erlassen. Es ist davon auszugehen, dass der Mann während der Attacke vermindert schuldfähig oder gar schuldunfähig war.

Attacke vor Hamburger Synagoge: Täter war bei der Bundeswehr

Er ist Deutsch-Kasache, trug Bundeswehruniform und hatte einen Zettel mit einem Hakenkreuz in der Tasche. Nach „Spiegel“-Informationen war Grigoriy K. 2016 freiwilliger Wehrdienstleistender bei der Bundeswehr, durchlief dabei die normale Grundausbildung, aber wohl keine speziellen Kurse, da er Sanitäter war.

Etwa 200 Menschen haben sich am Montag vor der Synagoge zu einer Mahnwache versammelt.

Etwa 200 Menschen haben sich am Montag vor der Synagoge zu einer Mahnwache versammelt, wo am Sonntag ein 26-Jähriger attackiert wurde.

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dpa

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Gemeldet ist der Angreifer in Berlin, in einem Übergangswohnheim für Spätaussiedler, Flüchtlinge und jüdische Zuwanderer. Laut „Spiegel“ sagt der dortige Heimleiter, Grigoriy K. sei in einem „desolaten Zustand“ gewesen. „Wir haben versucht, ihm zu helfen, sind aber nicht weitergekommen.“ Im vergangenen November schaltete die Einrichtung den sozialpsychiatrischen Dienst ein. Zuletzt hat K. offenbar in einer Wohnung in Langenhorn gelebt.

Video: Katharina Fegebank zur Attacke vor der Synagoge

Attacke in Hamburg: Opfer und Täter kennen sich offenbar nicht

Bei dem verletzten Studenten (26) handelt es sich der Jüdischen Gemeinde zufolge um einen Gast, der in Hamburg zu Besuch war. „Er hält sich tapfer und wacker. Aber es ist schon so, dass er schwer verletzt ist. Nicht lebensbedrohlich“, so der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, Philipp Stricharz.

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Philipp Stricharz, erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg.

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picture alliance/dpa

Unmittelbar nach dem Angriff hatte das Opfer gegenüber der Polizei ausgesagt, dass es den Täter noch nie zuvor gesehen habe. Wegen des jüdischen Laubhüttenfestes war die Bewachung der Synagoge Hohe Weide sogar noch verstärkt worden, dennoch hatte der junge Mann, an seiner Kippa leicht als Jude zu erkennen, keine Chance gegen die Schläge aus dem Hinterhalt.

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