Die geplante Linie der S32 sollen in Zukunft den Hamburger Westen besser anbinden.(Symbolbild)
  • Die geplante Linie der S32 sollen in Zukunft den Hamburger Westen besser anbinden.(Symbolbild)
  • Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Neue S-Bahn in Hamburg: Bau ohne die Deutsche Bahn?

Sie soll irgendwann einmal die bisher weitgehend abgeschnittenen Stadtteile Lurup und Osdorf anbinden: Die neue S-Bahn Linie S32. Unklar ist, wann es endlich so weit sein soll. Die Bürgerschaft fordert den Senat jetzt auf, Baumöglichkeiten ohne die Deutsche Bahn als Partner zu berücksichtigen.

Die einwohnerstarken Gebiete im Hamburger Westen mit fast 40.000 Einwohnern sollen von der geplanten S-Bahn Linie profitieren, die sich ursprünglich ab dem Bereich der Haltestelle Holstenstraße ausfädeln und dann acht Kilometer über die Science City Bahrenfeld mit der Möglichkeit einer Verlängerung bis nach Schenefeld führen sollte.

S32 in Hamburg: Bau ohne die Deutsche Bahn?

Derzeit liegen aber noch mehrere mögliche Varianten auf dem Tisch: So planen die Deutsche Bahn und die Stadt auch noch einen Verbindungsbahntunnel zwischen Hauptbahnhof und dem künftigen Bahnhof Altona am Diebsteich. Dieser soll das S-Bahn-Netz entlasten. Durch den Tunnel könnte die S32-Strecke ebenfalls angebunden werden. Zusätzlich fordern SPD- und Grünen-Fraktion in Hamburg die Prüfung einer S32-Strecke durch den City-Tunnel, also über Jungfernstieg, Reeperbahn und Co.

Lurup und Osdorf: Hier sollen weitere Busspuren kommen

Bis die seit Jahrzehnten ersehnte S-Bahn den Westen wirklich anbindet, soll das Busfahren attraktiver werden: „Um die Mobilitätswende in Lurup und Osdorf auch schon vor der Fertigstellung der S-Bahn voranzubringen, sollen weitere Busspuren kommen“, verspricht Gerrit Fuß, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion. Ein genaues Jahr für die Fertigstellung der S32 gibt es noch nicht, bisher war stets von den „2030er Jahren“ die Rede.

Im Hamburger Stadtgebiet sollen insgesamt 36 neue Bahnhöfe entstehen – in hellblau die geplante Linie der S32.
Im Hamburger Stadtgebiet sollen insgesamt 36 neue Bahnhöfe entstehen – in hellblau die geplante Linie der S32.

Das Problem: Eigentlich ist die Deutsche Bahn für Bau und Betrieb der zukünftigen S32 zuständig. Jetzt befürchten die Hamburger Fraktionen von Grünen und SPD, dass das Vorhaben bei dem Konzern weit unten auf der Liste steht: „Es ist zu befürchten, dass Planung und Bau der S32 durch die DB Netz AG in Konkurrenz zu vielen weiteren Projekten des Unternehmens stehen, was zu erheblichen Verzögerungen führen kann“, steht in dem rot-grünen Antrag an den Senat.

S32 in Hamburg: Könnte die Stadt die Strecke bauen?

Und weiter heißt es: „Die bisherigen Überlegungen gehen davon aus, dass die S32-Strecke von der DB Netz AG geplant, realisiert und anschließend betrieben wird, zwingend ist das allerdings nicht.“ Die S-Bahnen könnten auch auf Gleisen anderer Anbieter fahren, wie zum Beispiel die S21 nach Kaltenkirchen. Außerdem bringen sie die Stadt ins Spiel, die in der Vergangenheit bereits den City-Tunnel oder den Tunnel in Harburg realisiert habe.

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„Mit unserem Antrag wollen wir eine zeitliche Perspektive für die Streckenführung ab Bahrenfeld schaffen, die nicht von den aktuellen Prüfungen der Bahn betroffen ist“, erklärt Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

„Hier könnte kurzfristig mit den Planungen begonnen werden.“ Was sagt die Bahn zu den Überlegungen? Dort heißt es auf MOPO-Anfrage relativ knapp, dass man als DB noch keine Planungsauftrag von der Stadt erhalten habe und verweist auf zuständige Behörden.

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