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2G-Regel
  • Der Handelsverband Deutschland (HDE) ist besorgt: Impfgegner rasten immer öfter aus, die Mitarbeiter sind die Leidtragenden. (Symbolbild)
  • Foto: imago/Christian Ohde

Aggressive Kunden wegen 2G? Das sagen Hamburger Händler

Tritte, Beleidigungen und Drohungen: Die 2G-Regel im Einzelhandel treibt Impfgegner mancherorts zur Weißglut, die sich in aggressivem Verhalten gegenüber Angestellten äußert, die die Regeln durchsetzen müssen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat sich deshalb besorgt zu Wort gemeldet. In Hamburg zeichnet sich aber ein komplett anderes Bild ab.

„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschimpft, bespuckt und auch aggressiv körperlich angegangen. Vorfälle dieser Art sind unerträglich“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth gegenüber dem Portal „T-Online“. So soll es nach Informationen von „T-Online“ in den Filialen einer der größten deutschen Mode-Ketten, die namentlich nicht genannt werden möchte, zu 227 Vorfällen gekommen sein, darunter körperliche Übergriffe, Beleidigungen, Drohungen und Sachbeschädigung. „T-Online“ zitiert aus einem der Vorfälle: „Kundin hatte keinen Impfnachweis, hat vor Wut der Verkäuferin gegen das Schienbein getreten.“

Aggressive Kunden wegen 2G: Ist Hamburg ist eine Ausnahme?

Und wie steht es um die Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel? Hier scheint die Kundschaft verständnisvoller zu sein. Antwort des Handelsverbands Nord: „Bisher wurde mir aus der Mitgliedschaft nicht von Übergriffen und Aggressionen berichtet. Sicherlich sind viele Kunden auch mal genervt“, sagt Geschäftsführerin Brigitte Nolte auf Nachfrage der MOPO. „Als Anfang Dezember die Zugangskontrollen eingeführt wurden, waren wir vielmehr überrascht über die Geduld der Kunden und über die Gelassenheit, mit der diese Hürden mitten im Weihnachtsgeschäft hingenommen wurden.“


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Dennoch sieht Brigitte Nolte die Situation, dass der Einzelhandel Kontrollen durchführen muss, kritisch und spricht sich wie HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth für Stichprobenkontrollen aus. „Wenn man zu Stichprobenkontrollen statt Einlasskontrollen übergehen könnte, wäre das für den Handel zweifellos eine große Entlastung. Die Kosten der Kontrollen sind derzeit unverhältnismäßig hoch und gleichzeitig sind die Umsätze gesunken.“

Impfpflicht: So soll der Einzelhandel aus der Kontrollpflicht kommen

Stefan Genth gibt gegenüber „T-Online“ an, dass der Einzelhandel einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leiste, es aber nicht sein könne, dass der Staat die Branche dauerhaft mit hoheitlichen Kontrollaufgaben allein lasse und die ungelösten gesellschaftlichen Konflikte auf die Handelsunternehmen und das Personal abwälze.

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Damit das endlich ein Ende findet, fordert er die Impfpflicht und wünscht sich, dass in die Debatte darum mehr Tempo kommt. (cnz/dpa)

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