Blick auf die Elbphilharmonie Hamburg, daneben montiert eine Coronavirus-Illustration
  • Blick auf die Elbphilharmonie Hamburg, daneben montiert eine Coronavirus-Illustration.
  • Foto: imago images/Montage: MOPO

Hamburger Virologe lehnt neue Maskenpflicht ab – und empfiehlt Alternativen

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sowie der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit haben sich gegen eine erneute Maskenpflicht ausgesprochen.

Zwar seien die Infektionszahlen weiterhin hoch, „doch die Erkrankungsverläufe sind glücklicherweise überwiegend leicht“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe. Deshalb können höhere Infektionszahlen als im Sommer nicht die Grundlage für Maßnahmen sein, etwa für eine erneute Maskenpflicht.“

Mutation des Coronavirus als Grundlage für Maskenpflicht

Eine Grundlage für eine erneute Maskenpflicht könne etwa eine Mutation des Coronavirus sein, die stärkere Krankheitsverläufe hervorruft.

Der KBV-Chef wandte sich außerdem gegen die Fortführung der kostenlosen Corona-Tests. „Anlasslose Bürgertests sollten wir zeitnah stoppen, sie bringen sehr wenig und kosten sehr viel“, sagte Gassen dem RND.

Auch der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg kritisierte Forderungen nach einer Wiedereinführung der Maskenpflicht.

„Wir wissen zwar, dass richtig verwendete FFP2-Masken vor einer Coronavirus-Infektion schützen können“, sagte er dem RND. „Aber andere Maßnahmen könnten eine höhere Effizienz haben und sollten dann vor einer Maskenpflicht eingeführt werden.“

Home-Office oder Maskenpflicht?

Schmidt-Chanasit sprach sich dafür aus, die Evaluation der Corona-Maßnahmen abzuwarten. „Sollte die Homeoffice-Regelung viel effizienter sein als eine Maskenpflicht, hätte im Herbst Homeoffice die höhere Priorität.“

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen waren zuletzt Forderungen nach einer erneuten Maskenpflicht in Innenräumen laut geworden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will noch vor der Sommerpause Eckpunkte für ein künftiges Infektionsschutzgesetz vorlegen.

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Dabei geht es etwa darum, inwieweit Regelungen wie eine Maskenpflicht etwa in Handel oder Gastronomie wieder möglich sind, wenn es im Herbst oder Winter eine neue Infektionswelle gibt.

Über die „Corona-Herbststrategie“ des Ministeriums sollen laut RND ab Mittwoch die Gesundheitsministerinnen und -minister der Bundesländer auf der Gesundheitsministerkonferenz beraten. (dpa)

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