Zwischen vier Bramfelder Straßenzügen hat sich über die Jahre ein kleiner Wald entwickelt.
  • Zwischen vier Bramfelder Straßenzügen hat sich über die Jahre ein kleiner Wald entwickelt.
  • Foto: Florian Quandt

64 Wohnungen verhindert: Anwohner kämpfen für kleinen Wald – Gericht gibt ihnen recht

Bramfeld –

Erfolg für die Anwohner der Bramfelder Chaussee: Das Verwaltungsgericht hat den Bau von vier Wohnblöcken mit 64 Wohnungen zunächst gestoppt. Grund: Für den Bau müsste ein kleiner Wald abgeholzt werden, der sich in den vergangenen Jahren auf der Freifläche entwickelt hat. 

Bei dem Bebauungsplan „Bramfeld 70“ geht es um eine rund einen Hektar große Fläche, die von den Mehrfamilienhäusern an der Bramfelder Chaussee, Mützendorpsteed, Hildeboldtweg und Trittauer Amtsweg umfasst wird. In der Mitte hat sich ein öffentlich nicht zugängliches grünes Idyll angesiedelt, das nach dem Willen der Bezirksversammlung dem Wohnungsbau weichen soll. So wurde es im Mai 2019 mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschlossen.

Wohnungsbau in Hamburg: Bäume sollen weichen

138 Bäume sollen gefällt werden, die Bürgerinitiative „Bramfeld 70 e.V“ zog dagegen vor Gericht und hat nun im Eilverfahren einen ersten Sieg errungen: Das Gericht verkündete am 25. September, dass die Baugenehmigung bis zur endgültigen Entscheidung nicht vollzogen werden darf.

In einem aufwändigen Video auf ihrer Facebook-Seite stellt die Bürgerinitiative die kleine grüne Lunge vor: 

Die Stadt überlegt nun, ob sie Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen will, wie aus einer Senatsantwort auf eine CDU-Anfrage hervorgeht. Der Senat betont, dass es sich bei der Fläche „nicht um ein geschütztes Biotop im Sinne des Naturschutzrechtes“ handelt. Die Richter haben bei einem Ortstermin allerdings festgestellt, dass das dichte Grün „ein Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes“ sei.

Bramfeld: Gericht stuft Baugrundstück als Wald ein

Tatsächlich haben sich auf dem unzugänglichen Grundstück Gehölze ohne viel menschliches Zutun angesiedelt, Vögel, Insekten und kleine Tiere können sich von Menschen ungestört bewegen, was innerhalb der Stadt tatsächlich kaum irgendwo möglich ist.

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Schild der Bürger Ini „Bramfeld 70“

Foto:

Florian Quandt

Hamburg: CDU kämpft für Grünflächen

Der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe, der die Anfrage gestellt hat, versteht den Kampf der Anlieger gegen die Abholzung, verweist auf den ohnehin massiven Wohnungsbau im Stadtteil: „Wir können und dürfen nicht alle Grünflächen und Biotope in Bramfeld und Steilshoop versiegeln. Auch wir haben ein Anrecht auf eine grüne Lunge.“

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Seine Forderung: „Jetzt sind erstmal andere Stadtteile an der Reihe. Die Stadt sollte das Grundstück zurückkaufen und eingezäunt als unberührtes Biotop für die Tiere ausweisen.“

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