• Ja, so ist fein: Hundekot gehört in den Beutel (Symbolbild).
  • Foto: picture alliance / Christoph Sch

32 Millionen Stück pro Jahr in Hamburg: Der Recycling-Irrsinn um die Hundekot-Beutel

Die Zahl überrascht dann doch: 15,7 Millionen Gratis-Hundekotbeutel hat die Stadtreinigung an Hamburgs Hundehalter verschenkt – allein im ersten Halbjahr 2020. Im Prinzip wären die Tütenmassen sogar recyclebar. Warum das nicht erfolgt, erklärt der Senat in einer CDU-Anfrage. 

Der Gassibeutel-Berg wird in diesem Jahr vermutlich ebenso hoch wie 2019, als die Stadtreinigung fast 32 Millionen Tüten verteilte. 2018 waren es gar 34 Millionen Beutel, in denen verantwortungsvolle Gassigeher die Tretminen ihrer Fellnasen aufsammeln und im nächsten Mülleimer entsorgen sollen.

Hamburg verschenkt Millionen Kotbeutel an Hundehalter 

Ob geplant ist, in Zukunft auf recyclebaren Kunststoff auszuweichen, fragt der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe. Im Prinzip seien die Polyethylenbeutel bereits jetzt recyclebar, erklärt der Senat – wäre da nicht der stinkige Inhalt: „Befüllt mit Hundekot ist ein Recycling aufgrund von Hygienevorschriften nicht zulässig.“ Und auswaschen will die Wurst-Tüten auch keiner: „Eine Reinigung der Beutel für ein Recycling nach Nutzung ist nicht sinnvoll möglich.“

So viel Hundesteuer nimmt Hamburg ein

Derzeit zahlen 53.474 Hamburger Hundesteuer, das sind fast 3.500 mehr als vor einem Jahr. Ob das Steuerkonto für einen oder mehrere Hunde gilt, wird nicht erfasst. In jedem Fall rechnet die Stadt im laufenden Jahr mit Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von 4 Millionen Euro. Das ist etwas weniger als 2019 (4,4 Millionen) und 2018 (4,2 Millionen).

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Das Geld aus der Hundesteuer fließt in den großen Topf und ist nicht zweckgebunden.

Das kostet ein Hund in Hamburg an Steuern

Interessant: Die Hundesteuer wurde seit 25 Jahren nicht mehr erhöht. Im Jahr 1995 wurde die Höhe auf 180 D-Mark im Jahr festgesetzt, seit 2002 beträgt die Höhe 90 Euro. Der erhöhte Steuersatz für gefährliche Hunde, im Juli 2000 eilig eingeführt nach dem schrecklichen Tod des Schülers Volkan, beträgt 600 Euro und wurde ebenfalls nie erhöht.

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