„Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung“ steht auf einem Schirm bei einer Demonstration der „Querdenker“. Die Gruppe, der auch Selina Fullert angehört, widersetzt sich öffentlich den Corona-Regeln
  • „Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung“ steht auf einem Schirm bei einer Demonstration der „Querdenker“. Die Gruppe, der auch Selina Fullert angehört, widersetzt sich öffentlich den Corona-Regeln
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„Querdenker“-Bewegung: Arbeitgeber distanziert sich von Hamburger Demo-Organisatorin

Der Arbeitgeber der Initiatorin von „Querdenken 40“, Selina Fullert, hat sich klar von den Ansichten seiner Angestellten distanziert. Die Auszubildende bei der Handwerkskammer Hamburg hilft bei der Verbreitung von Verschwörungstheorien, widersetzt sich öffentlich den geltenden Abstands- und Hygieneregeln und unterstützte auch die Berliner Demonstration gegen die Corona-Bestimmungen.

„Querdenken 40“ ist der Hamburger Ableger der Gruppe „Querdenken 711“ aus Stuttgart, die ursprünglich zu der Demonstration am 1. August in Berlin aufgerufen hatte. In dem Manifest der Hamburger Organisation heißt es, man wolle sich für Freiheit, das Grundgesetz und langfristig für Neuwahlen einsetzen. Die Corona-Regeln verstehe man als Beschränkung der persönlichen Freiheit.

„Querdenken“: Fullert widersetzt sich öffentlich Corona-Bestimmungen

Aus diesem Grund widersetzt sich die Initiatorin von „Querdenken 40“ diesen Regeln auch öffentlich. Auf Facebook lässt sie sich regelmäßig für Videos feiern, in denen sie ohne Maske einkaufen geht oder Bahn fährt und ruft zu Treffen und Demonstrationen auf. Dazwischen repostet sie auch schon mal ein Video des als extrem rechts geltenden Magazins „Compact“, in dem der Lockdown besprochen wird.

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Auf Twitter wurde die Handwerkskammer Hamburg jetzt von der Organisation „Antira Info Hamburg“ darauf hingewiesen, dass die Auszubildende Fullert Gründerin der Gruppierung „Querdenken 40“ sei und „das Abfeuern von Bombendrohungen an Gesundheitsämter“ toleriere.

Daraufhin stellte die Handwerkskammer klar: „Wir distanzieren uns entschieden von den Positionen und Aktionen von Selina Fullert in Sachen Covid-19.“ Im Rahmen des Arbeitsrechts könne man ihr diese allerdings nicht untersagen. Die Handwerkskammer selbst hingegen lege größten Wert auf Infektionsschutz.

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Auch auf Facebook verdeutlichte die Handwerkskammer nun in einem offiziellen Statement, dass sie die inhaltlichen Positionen und Aktionen von Frau Fullert in Sachen Covid-19 „aufs Schärfste“ ablehne.

Der Facebook-Post der Handelskammer.

Der Facebook-Post der Handelskammer.

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hfr

„Selbstverständlich werden Maskenpflicht, Abstandsgebot und weitere Sicherheitsvorkehrungen bei uns konsequent eingehalten. Wer diese notwendigen Vorgaben mitten in einer für viele Menschen lebensgefährlichen Pandemie infrage stellt, handelt aus unserer Sicht verantwortungslos und gefährlich“, so der Arbeitgeber.

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Während sich ihr Arbeitgeber von Fullert distanziert, kündigt diese auf Facebook bereits die nächste Demonstration am Jungfernstieg an. Von Einsicht – keine Spur.

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