Das mehr als 100 Jahre alte U-Boot soll mithilfe eines Schwimmkrans geborgen werden.

Ein Schwimmkran soll ein mehr als 100 Jahre altes U-Boot aus der Nordsee bergen. Foto: Philipp Schulze (dpa)

Nach Kriegsende gesunken: Über 100 Jahre altes U-Boot wird mit Schwimmkran geborgen

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Experten wollen mithilfe eines Schwimmkrans ein mehr als 100 Jahre altes deutsches U-Boot-Wrack der Kaiserlichen Marine vor der Insel Scharhörn bergen. Einen ähnlichen Fall hat es bislang noch nicht gegeben.

„Das Wrack liegt in etwa 20 Metern Wassertiefe“, sagte Sprecher Dominik Schröder von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Es handele sich um das U-Boot „U16“ der Kaiserlichen Marine, das 1919 nördlich der zu Hamburg gehörenden Insel gesunken ist. Zuvor hatten die „Cuxhavener Nachrichten“ berichtet.

In den kommenden Tagen soll ein Schwimmkran das gut 57 Meter lange U-Boot bergen und nach Cuxhaven bringen. Zuvor müsse das Umfeld des Wracks mit einem sogenannten Laderaumsaugbagger freigespült werden, sagte Schröder. Anschließend sollen Stahlseile unter dem Boot durchgezogen werden, damit es gehoben werden kann.

Was passiert dann mit dem 100 Jahre alten U-Boot?

Gefunden wurde die „U16“ vor wenigen Wochen bei einer Routinefahrt des Bundesamtes für Schifffahrt und Hydrographie (BSH). Die Behörde sucht mit Schiffen regelmäßig in der Nordsee nach Unterwasserhindernissen. Die Hülle des Schiffes sehe noch intakt aus, sagte Schröder. Nach der Bergung soll das Wrack voraussichtlich verschrottet werden. Ursprünglich sei der Plan gewesen, das Boot an ein Museum zu geben.


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Einen ähnlichen Fall hat es noch nicht gegeben: „Das ist ja das erste Mal, dass sowas überhaupt geborgen wird“, sagte Schröder. Das U-Boot wurde 1911 in Kiel gebaut und sollte nach Kriegsende ausgeliefert werden.

Die Koordination des Fundes passte mit den Erkenntnissen zum Verlust von „U16“ überein, sagte Schröder. „1919 ist das Boot auf dieser Auslieferungsfahrt nach Großbritannien gesunken.“

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Die Generaldirektion geht nicht davon aus, dass es sich bei dem Wrack um ein Seegrab handelt, in dem Soldaten ihren Tod fanden. Er gehe davon aus, dass das Boot bei der Überfahrt untergegangen sei, die Crew „U16“ vorher verlassen konnte. „Aber noch hat keiner reingeguckt.“ (dpa/mp)

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