Feuer-Inferno auf der Veddel: Zu viele offene Fragen
Explosionen, Trümmerteile fliegen durch die Luft, Verletzte – die Container auf der Veddel brennen seit Tagen. Immer wieder neue Detonationen. Inzwischen hat die Feuerwehr Spezialgerät angefordert. Hunderte Flaschen Lachgas sollen auf dem Gelände lagern – ein explosiver Gefahrstoff. Das wurde offenbar spät klar. Gab es keine Kontrollen? Viele Fragen sind offen – und die Zuständigkeiten. Ein gefährliches Unding.
Verantwortlich für das Gelände, auf dem sich die Spedition befindet, ist die Hafenbehörde HPA. Dort verwies man auf MOPO-Anfrage an die Umweltbehörde. Diese war sich sicher: Der Bezirk Mitte müsse Bescheid wissen. Inzwischen ist klar: Der Bezirk ist raus, die Umweltbehörde und die HPA befindet sich in der „Aufklärung“ des Vorfalls und geben zunächst keine näheren Auskünfte.
Das Zögern hat auch mit komplexen juristischen Regelungen zu tun, die eine Obergrenze für das Lagern von Lachgas bestimmen. Je nach Menge wären unterschiedliche Behörden zuständig. Das muss zwar geklärt werden, kompetent wirkt das Mauern nach außen aber nicht.
Beim Pingpong stellt sich die Kernfrage: Gibt es keine Aufzeichnungen darüber, was sich im Hafen befindet? Wo ist die Kontrollinstanz, die im Notfall eine Liste mit den Inhalten der Container zückt?
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Als vor zwei Jahren das Großfeuer an der Billstraße ausbrach – auch damals brannte ein großes Lager über mehrere Tage – konnte niemand sagen, was dort genau verwahrt wird. Erst im Anschluss wurden die Kontrollen verschärft. Beim Brand auf der Veddel ist jetzt schnelle Aufklärung gefragt, damit nicht der Eindruck entsteht, dass im Hafen eigene Regeln gelten.
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