Empörung über Verkauf von Kopftüchern für Kinder – Otto-Konzern reagiert
Auf seinem Online-Marktplatz verkauft Otto über einen Partneranbieter Kopftücher („Hijabs“) für Kinder zwischen fünf und acht Jahren. Die Empörung ist riesig – nach Boykottaufrufen reagiert der Otto-Konzern auf die Kritik und nimmt den Artikel von der Seite.
Bis vor Kurzem bot ein Händler über den Otto-Versand Kinder-Hijabs für fünf- bis achtjährige Mädchen an. „So kann Ihr Kind ungestört spielen und sich frei bewegen, während es stilvoll bedeckt bleibt“, preist der Händler das zweiteilige Hijab-Set an. Auch komplette Gebetskleider mit integriertem Hijab oder Partneroutfits für Mutter und Tochter seien bei dem Verkäufer online zu bekommen, wie die „Welt“ zuerst berichtete.
Auch wenn es in Deutschland nicht verboten ist, dass Kinder Hijab tragen, löst das Angebot im Netz Empörung aus. Gerald Ullrich von der FDP schreibt auf X: „Wir leben in einer freien und offenen Gesellschaft, in der Kinder nicht unter ein Kopftuch gezwängt werden.“ Neben den Empörungen kommt es auch zu Boykott-Aufrufen.
Entsprechende Anzeige deaktiviert
Mittlerweile hat der Otto-Konzern auf die Kritik reagiert und die besagte Anzeige auf der Website deaktiviert. „Es stimmt, dass bei uns ein Marktplatzpartner Kinder-Hijabs für Fünf- bis Achtjährige verkauft hat”, so Pressesprecher Ingo Betram. Es unterlägen zwar alle Marktplatzpartner einem umfangreichen Kriterien- und Auflagenkatalog, der unter anderem den Verkauf verbotener Artikel ausschließe, erklärt Betram. Aber ein Verkauf von Gebetskleidung und Hijabs sei in Deutschland nicht verboten – weder für Kinder noch für Erwachsene.
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„Weil der kritisierte Artikel explizit an fünf- bis achtjährige Kinder adressiert war, wollen wir uns den Fall genauer ansehen“, so Betram weiter. Man wolle intern klären, wie man zukünftig mit religiösen Symbolen jedweder Art bei Produkten mit Kinderbezug umgehen werde. Dazu berät sich ein Expertenteam – eine Entscheidung soll zeitnah getroffen werden. (mp)
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