Islands EM-Helden von 2016, Kolbeinn Sigthorsson, wird sexuelle Nötigung vorgeworfen
Islands EM-Helden von 2016, Kolbeinn Sigthorsson, wird sexuelle Nötigung vorgeworfen
  • Islands EM-Helden von 2016, Kolbeinn Sigthorsson, wird sexuelle Nötigung vorgeworfen
  • Foto: imago/Bildbyran

Missbrauchs-Skandal erschüttert DFB-Gegner Island

In Islands Fußball hat ein Aufschrei der Empörung den beliebten „Hu!“-Ruf abgelöst, mit dem die Nordlichter bei der EM 2016 Europa in Erstaunen versetzten. Einer der sportlichen Helden von damals ist in einen Missbrauchsskandal verwickelt, der von der Verbandsspitze offenbar unter den Tisch gekehrt werden sollte. Vom fröhlichen Außenseiter ist vor dem Spiel gegen die DFB-Elf nur der Außenseiter geblieben.

Vor wenigen Tagen trat Gundi Bergsson zurück, der Präsident des isländischen Fußballverbands KSI. Die Vorwürfe der Vertuschung wiegen schwer: Von mehreren sexualisierten Übergriffen durch Nationalspieler ist die Rede.

Skandal bei DFB-Gegner Island: Kolbeinn Sigthorsson schwer beschuldigt

Es geht um Islands Rekordtorschützen Kolbeinn Sigthorsson. Der nun 31-Jährige hatte der Nationalmannschaft mit seinem Siegtor zum 2:1 im EM-Achtelfinale gegen England vor fünf Jahren den größten Triumph der Geschichte beschert. Zwei Frauen beschuldigen Sigthorsson, sie 2017 sexuell genötigt und belästigt zu haben. Eine der beiden wirft zudem dem Verband den Versuch vor, sie mit Geld zum Schweigen zu bringen.

Island: Kolbeinn Sigthorsson verteidigt sich gegen Vorwurf des sexuellen Übergriffs

Der Stürmer von IFK Göteborg wurde aus dem Kader gestrichen. Eines der mutmaßlichen Opfer hatte zuvor dem TV-Sender RUV gesagt, dass Sigthorsson ihr im September 2017 in einem Nachtklub in Reykjavik in den Schritt gefasst und sie am Nacken gepackt habe, bevor er und ein weiterer Mann sie angriffen. Beide Frauen erstatteten Anzeige.

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Sigthorsson bestreitet die Schwere der Vorwürfe, räumte aber ein, sich „nicht vorbildlich“ verhalten zu haben. Im Frühjahr 2018 leistete er eine Entschädigungszahlung. Verbandschef Bergsson behauptete im Zuge des Skandals fälschlich, der KSI habe keine „Beschwerde oder Ähnliches erhalten, wonach jemand Bestimmtes sich sexuellen Übergriffen schuldig gemacht“ habe – nach allgemeiner Empörung musste er seinen Hut nehmen. (mp/sid)

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