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Die deutschen Heidelbeeren werden immer teurer – und das wird zunehmend zum Problem.
  • Die deutschen Heidelbeeren werden immer teurer – und das wird zunehmend zum Problem.
  • Foto: dpa

„Immer weniger deutsche Lebensmittel im Supermarkt“

Marmelade, Kuchen oder einfach so naschen: Es gibt eine ganze Menge toller Dinge, die man aus und mit Heidelbeeren machen kann. Doof nur, dass die deutschen Beeren so teuer sind. Um auf den Spaß nicht zu verzichten, greifen viele Kunden zu Importen aus anderen Ländern – oft sogar, ohne es zu merken. Das könnte fatale Folgen haben.

In einem Interview mit der „Haz“ sagte Fred Eickhorst aus Sandhatten (Kreis Oldenburg), Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, dass die deutschen Beerenbauern enorm unter den billigen Importen aus anderen Ländern leiden, bei denen sie preislich nicht mithalten können. „Peru hat einen Mindestlohn von 1,09 Euro. Wir zahlen 12 Euro. Aber auch im europäischen Vergleich sind wir längst nicht mehr konkurrenzfähig. In Griechenland liegt der Mindestlohn bei rund 3,50 Euro, in Spanien bei 6,50 Euro, Italien hat gar keinen Mindestlohn.“

Deutsche Beeren in der Krise: Das muss jetzt passieren

Damit wolle er keineswegs die deutschen Produktionsstandards kritisieren. Aber: „Wir alle reden davon, dass unsere Lebensmittel regional und saisonal sein sollen. Dann müssen wir auch regional und saisonal einkaufen.“ 

Weil der Handel bewusst die immer gleichen Verpackungen verwende, sei den Kunden oft gar nicht bewusst, dass sie Produkte aus dem Ausland kaufen. Das, so fordern die Landwirte, müsse sich ändern – und zwar mit der Unterstützung der Politik: „Wir brauchen um Himmels Willen kein neues Gütesiegel! Da blickt doch jetzt schon keiner mehr durch“, sagt Landwirt Fred Eickhorst. „Wir fordern, dass der Einzelhandel Waren aus Deutschland klarer kennzeichnen muss, damit regionale Produkte eindeutig für den Verbraucher identifiziert werden können.“

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Fred Eickhorst, der wie die meisten Beerenbauern in Niedersachsen produziert, ist stolz darauf, „dass wir die besten Lebensmittel der Welt produzieren. Aber der Kunde muss auch bereit sein, das zu honorieren. Ansonsten werden wir in Zukunft immer weniger deutsche Lebensmittel im Supermarkt finden.“ (prei)

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