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  • Foto: dpa

Orkan „Sabine“: So können Sie sich einen Sturm-Namen kaufen

Einst war es ein beliebter Mädchenname. Doch seit Sonntag sorgt „Sabine“ für Angst und Schrecken. Denn irgendjemand hat dem Orkan, der über Norddeutschland fegt, den Namen verpasst, der in den 60er Jahren zu den Spitzenreitern im Vornamen-Ranking zählte. Wie kommt es zu dieser Namensvergabe?

Seit 1954 tragen Luftdruckgebilde in Mitteleuropa gebräuchliche Vornamen. Die  Idee dazu hatte die damalige Studentin und spätere „ZDF-Wetterfee“ Karla Wege, die sie dem Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin vorschlug. Seitdem wurden Tiefs mit Frauen-Namen versehen, Hochs hießen zum Beispiel „Klaus“, „Peter“ oder „Thomas“. Also nach Männern.

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So blieb es fast ein halbes Jahrhundert, bis 1998 feministische Kritik laut wurde. Tiefdruckgebiete mit meist schlechtem Wetter weiblich und oft sonnige Hochs männlich zu benennen – das sei eine „unsachliche Zweckentfremdung menschlicher Vornamen“. Als Reaktion schufen die Meteorologen einen jährlichen Wechsel. Nun erhalten nur in geraden Jahren wie 2020 Tiefs weibliche und Hochs männliche Namen – in ungeraden ist es umgekehrt.

Seit 2002 kann jeder Namen für Hochs oder Tiefs kaufen

Seit 2002 können Privatleute Vornamen für Tiefs und Hochs „buchen“. Bei der Wetter-Patenschaft des Instituts kostet ein Tief 199 Euro, ein Hoch 299 Euro (jeweils plus Mehrwertsteuer – also 236,81 Euro und 355,81 Euro).

2020 tragen die Tiefs weibliche Namen – das jetzige geht auf eine Sabine Kaufmann zurück, die jedoch auf der FU-Website keine näheren Infos zu sich verlinken ließ. Der ebenfalls kursierende Sturmtiefname „Ciara“ stammt vom Met Office, dem nationalen meteorologischen Dienst des Vereinigten Königreichs. Ihm folgen zum Beispiel auch die Behörden der Niederlande (KNMI) und Irlands (Met éireann). (mp)

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